27. September 2018:

Im Rätikon gibt es unendlich viele schöne Routen und ich war trotzdem noch fast nie da. Als Moritz den «Alpenkönig» an dem Drusenfluh Westgrat P. 2628 vorschlägt, bin ich gerne mit dabei. Nach einer langen Anfahrt mit Baustellenverzögerung treffen wir beim Kletterhüttli ein und nach einem zum Schluss mühsamen Aufstieg sind wir endlich am Klettern. Da wir die ersten zwei Seillängen umgehen (gelten als unlohnend), gibt es einen Kaltstart mit der 3. Seillänge, die gleich zu Beginn die Schlüsselstelle bereit hält. In der vierten Länge muss ich mich physisch und psychisch ziemlich zusammenreissen und dann sind wir endlich im Kletterflow. Es geht immer flüssiger und wunderschöne Kletterlängen wechseln sich ab mit kurzen alpinen Bändchen oder brüchigen Stellen. Ein Highlight: Irgendwo mitten in der Wand gleich neben der Route liegt ein Steinbock im Schatten und schaut uns gemütlich beim Herumwuseln zu. Wir klettern immer höher, der Zustiegsweg wird immer winziger, die Füsse tun langsam weh und: wir sind oben! Herrliche Aussicht gibt es als Gipfellohn und ein spannender, schöner Abstieg durch das Schweizertor führt uns zurück zum Auto. Eine eindrückliche Tour geht zu Ende, mir hats gefallen!

Der Alpenkönig geht am Pfeiler in der Mitte des Bildes hoch. Zuerst rechts, dann links und zum Schluss über die Kante hoch.

Eine der ganz schönen Seillängen, am Anfang fein über die Platten hoch und zum Schluss steil in die Verschneidung.

Mitten in der Wand: ein Steinbock, der klettert alles Solo!

Wir sind schon ziemlich hoch, eine der ausgesetzten Längen der Tour.

Diese 5er Länge muss komplett selbst abgesichert werden. Die Route ist dort gebohrt, wo es Sinn macht, manchmal muss mit Klemmgeräten ergänzt werden.

Auf dem Gipfel, d.h. ein Vorgipfel der Drusenfluh. Nun folgt ein spannender, schöner Abstieg durch unterschiedlichste Gesteinsarten.

Alpenglühn im Alpenkönig! Das Rätikon in seiner vollen Pracht.