5.-6. Oktober 2018:

Da wir am Freitag spät anreisen, wählen wir den nächstgelegenen Sektor: das Schweizertor. Wir starten mit der Route «Désù». Da uns aber der Fels nicht ganz so überzeugt, wechseln wir nach 3 Seillängen auf dem Grasband in die Route «Kamala». Hier finden wir den scharfen Rätikoner Kalk mit viel Reibung. Die 5 Seillängen bis zum Top bieten super Kletterei! Zu Fuss geht es hinunter zum Einstieg und von dort ins Kletterhüttli. Herrliches Abendrot macht den Tag perfekt. In der Nacht regnet es kurz, doch zum Glück trocknen die Kletterfelsen schnell ab und wir steigen ganz alleine im Gebiet in die Route «Galadriel» an der 5. Kirchlispitze ein. Die Beschreibung des Führers: «Hervorragende, moderne Sportkletterroute» trifft ganz sicher ein. Technische Kletterei mit kurzen steilen Passagen an genialem Fels, sowie ausgesetzte Quergänge lassen unsere Kletterherzen höher schlagen. Glücklich kommen wir oben an. Der kalte Wind treibt uns bald wieder nach unten. Mit zweimaligem Abseilen über die Nordseite und kurzem Abstieg sind wir auf dem Wanderweg und via Schweizertor geht es zurück nach Hause. Fazit: Es hat uns super gefallen, zum Glück gibt es noch so viele ungekletterte Routen im Rätikon!

Links die Kirchlispitzen, die tiefste Wand: das Schweizertor und rechts das Schweizereck.

Unterwegs in der Route «Désù», die 3. Seillänge: Hoch antreten hilft hier oft weiter.

Auf dem Grasband wechseln wir in die Route «Kamala», hier die 8. Seillänge, welche technisch anhaltende feine Kletterei erfordert.

Wir übernachten im wunderschön gelegenen Kletterhüttli, welches alles bietet, was man braucht.

Wunderschöne Abendstimmung im Rätikon.

Am zweiten Tag steigen wir in die Route «Galadriel» ein, hier die 3. Seillänge, eine meiner Favoriten-Längen.

Im oberen Teil wird es steiler, dafür sind die Längen weniger als 50m: Unterwegs in der 6. Seillänge.

Ausgesetzer Quergang in der 10. Seillänge, im Hintergrund die Drusenfluh.

Wir sind oben, Blick auf die andere Seite. Von der Sonne wird das alte Zollhaus beleuchtet. Die Füsse und Hände schmerzen, aber noch voller Endorphin von der genialen Kletterei machen wir uns an den Abstieg.