13. November 2020

Von Wildhaus wandern wir zur Schafbergwand hoch. Da liegen doch einige Wanderstöcke vor dem letzten kraxligen Aufstieg zur Einstiegswiese. Und tatsächlich, drei andere Seilschaften sind am Losklettern, ganz viel los für Schafberg-Verhältnisse! Da unsere Route schon besetzt ist, wechseln wir zum Alternativprogramm: Ab- und Aufstieg in den Sektor Südturm zur Route «Maguggi». Der Beschreibungstext: Unten steile und anstrengende Risskletterei, oben lohnenswerter Plattenaustieg. Die erste Länge fordert, dank Handklemmer geht die leicht brüchige und steile Schlüsselstelle doch noch. Nun sollte es einfacher werden, war die erste Länge mit 6a doch die Schlüsselseillänge. Tja, aber an der Schafbergwand gelten andere Regeln: ab nun ist zusätzlich die Psyche gefordert, es kommen anspruchsvolle Plattenpassagen gewürzt mit Grasbüschel-Rissen. Routenlesen ist angesagt und zusätzliches Selberlegen von den mitgebrachten Keilen und Friends hilft definitiv. Kein Wunder trifft man immer wieder auf Umkehr-Maillots! Bei einem so drolligen Namen und relativ tiefen Graden wird die Route sicher öfters unterschätzt. Nach der dritten Seillänge seilen wir ab, die folgenden Längen gehören zur Route «Katerbummel», welche deutlich mehr Keile und Friends benötigt, als wir dabei haben. Dafür bleibt noch Zeit für die zwei ersten Seillängen der Route «Plattenwand (Bösch/Frei)». Besonders die zweite Seillänge mit einer 45 m Verschneidung bietet geniale Kletterei. Die Sonne steht langsam tief, Zeit heimzukehren. Immer wieder beeindruckend, dass meine Hände nach einer 5c+-Seillänge am Schafberg zerschundener sind, als nach einer 7a im Klettergarten. Wir kommen trotzdem wieder!

Die erste Seillänge der Route Maguggi, steile und anstrengende Risskletterei.

Die zweite und dritte Länge der Route Maguggi bietet fordernde Plattenkletterei. Erschwerend sind die Grasbüschel in den Rissen.

Meine persönliche Schlüsselstelle, als es dann geklappt hat, war es mega cool. Bin schon lange nicht mehr in einer 5c+ gestürzt…

Ausblick nach Osten.

Die erste Seillänge der Route «Plattenwand (Bösch/Frei)».

In der zweiten Seillänge folgt im ersten Drittel ein Körperriss, Blick zurück durch das Kamin.

Die nicht endende Verschneidung der zweiten Seillänge.

«Die schönste Seillänge an der Schafbergwand» (Zitat von meinem Seilpartner) nimmt ein Ende.