11.-12. Juli 2022

Obwohl wir Montags anreisen, ist der OeV gut gefüllt mit wanderfreudigen Senioren. Doch schon im Bus in die Göscheneralp nimmt die Menschenmasse ab und spätestens im Klettergarten Griessalp, Sektor 3, sind wir alleine unterwegs. Wunderschön gelegen, bietet dieser Klettergarten sehr abwechslungsreiche Routen, wir klettern bis die Arme müde sind. Zurück beim Gasthaus Dammagletscher gibt es den wohlverdienten Coup, bevor es mit dem Postauto eine Haltestelle zurück geht. Unsere Unterkunft ist das «kleine und feine» Gasthaus Göscheneralp. Die Bewirtung ist herzlich, das Essen fein, ich falle in einen tiefen Schlaf. Wir stärken uns am leckeren Frühstücksbuffet, bevor es steil aufwärts geht zum Fusse des Gandschijen. Diese in Vergessenheit geratene eindrückliche Wand, war früher ein Hotspot der Kletterszene, zahlreich seien die Italiener angereist um die Wand zu erklimmen, erzählt uns ein Einheimischer. Wir machen ein Materialdepot und steigen in Route «Gatsch» ein. Entgegen dem Topo sind die Grade aller Seillängen im 5c/6a+ Bereich und bieten ein Kletterfeuerwerk. Jede der 6 Seillänge ist sehr lohnend, gefordert ist Physe und Psyche, wir stemmen, piazzen, klemmen, balancieren. Überwinden kleine Dächlein und stehen auch mal ganz fein auf Reibung. Die Route ist gut eingebohrt, die Abstände müssen hie und da mit Friends entschärft werden. Der Gipfel des Gandschijen bietet eine prächtige Rundsicht: Salbitschijen, Voralptal, Sustenhorn, Damma- und Galenstock zeigen sich uns. Wir steigen über den T5-Weg ab, riesige Granit-Tische und Schublade übersteigend erreichen wir wieder unser Depot. Zurück durch die Blumenpracht zum Gwüest. Kuchen und Kaffee zur Stärkung, das Postauto erklingt, wir steigen ein, voll mit Erinnerungen an dieses eindrückliche Kletterabenteuer.

Lässige Routen im Klettergarten Griessalp, Sektor 3.

Die grosse Wand im Schatten ist der Gandschijen, unser nächstes Ziel.

Eindrückliche Felsformationen im Zustieg zum Gandschijen.

Die erste Seillänge der Route Gatsch ist links der markanten «Haifischflosse».

Ein gutes Balancegefühl braucht es in der zweiten Seillänge der Route Gatsch.

40m steile und ausgesetzte Kletterei in der 3. Seillänge der Route Gatsch.

Nach einem Piazz-Start, endet die 4. Seillänge mit Stossen und Stemmen.

Rissklettern hilft in der 5. Seillänge, am Ende folgt eine Krux unter und um das Dächlein.

Eindrücklich die Farbe des Stausees Göscheneralp.

Blick vom Gipfel des Gandschijen in das Voralptal.

Beim Abstieg vom Gandschijen braucht es nochmals Konzentration. Blick zurück: es wird im ersten Teil nordseitig abgestiegen.

Im Abstieg beim «Börtli», ein wunderschönes Fleckchen Erde!