25.-29. Juli 2022
Die Reise ist lange, dafür ist der Zustieg kurz in die Albigna Hütte im Bergell. Wir sind froh, ist es doch schweisstreibend heiss. Nach einem kühlen Getränk sind wir bereit für den herrlichen Bergeller Granit. Wir erkletten den nahen Torre dal Päl auf der Route «Piccolo» (5b) und weil es so schön war, gleich noch einige Einseillängen am Wandfuss des Torre’s. Da der Dienstag «gewitterfrei» ist, wagen wir uns an die 16 Seillängen Route «Via Felici» (6a) inklusive Fiamma an der Spazzacaldeira. Physe und Psyche sind gefordert in dieser als «einer der schönsten Touren im Bergell» angekündigten Route. Der Fels ist der Hit und bietet eine breite Palette an Kletterei, definitiv eine Hammer-Route! Beim Stau an der Fiamma bleibt Zeit sich zu erholen, bevor wir diese erklimmen und die berühmten Fotos schiessen. Am Mittwoch gehen wir den Tag gemütlicher an, ist die geplante Route «Via Classica» (6a) am Bio-Pfeiler, doch deutlich kürzer. Für jeden Clean-Climber ist diese Tour ein Muss: es kann herrlich selbst abgesichert werden, es stecken nur ganz wenige Bohrhaken, doch das Legen ist ein Genuss. Am Nachmittag bleibt Zeit für Kuchen, Kaffee und Spiel-Spass. Der Wetterbericht liegt leider falsch, der Fels ist nass, somit ist das Donnerstags-Frühstück ungewöhnlich lange. Langsam trocknet es ab, erst gegen den Mittag machen wir uns zur schnell trocknenden Spazzacaldeira Ostwand auf. Die Route «Steinfresser», 6a+ (Zitat Plaisir: Schöner Klassiker mit einer interessanten ersten Seillänge durch das Kamin) ist sehr abwechslungsreich, anhaltend fordernd und man muss zwingend legen. Uns gefällts, und die 5 Seillängen reichen, um uns müde zu machen. Am Abschlusstag wechseln wir von der geplanten Route «Spidi» auf die «Leni» (6a) an der Spazzacaldeira. Denn diese verspricht trockenen Fels und Sonnenschein. Die Wahl hat sich gelohnt: wir geniessen das letzte Mal den super schönen Fels, ist übrigens auch ein Klassiker! Es wird Zeit heimzureisen. Das Albigna Gebiet ist jedem Granit-Liebhaber zu empfehlen, der gerne Selberlegt. Kompliment an unsere Gruppe: ihr habt das super gemacht!
Die letzte Seillänge der Route «Piccolo» am Torre dal Päl.
Auf dem Gipfel des Torre dal Päl.

Das heutige Ziel in der Morgendämmerung: Spazzacaldeira mit der berühmten Fiamma.
Die dritte Seillänge der Route «Via Felici» an der Spazzacaldeira ist steil und griffig.

Verdient Pause nach der Route «Via Felici», welche im oberen Teil in den «NE-Grat» übergeht.

Die Fiamma, eindrückliche Felsnadel auf der Spazzacaldeira.

Die erste Seillänge der Route «Via Classica» am Bio-Pfeiler. Es muss selber abgesichert werden.

Kurz vor dem Gipfel des Bio-Pfeilers. Im Hintergrund der Albigna-Stausee.

Ein kurzes Bad in den Laghetti, im Hintergrund der Piz dal Päl.

In der zweiten Seillänge der Route «Steinfresser» an der Spazzacaldeira ist kreatives Klettern gefragt.

Anhaltend fordernde und spannende Kletterei in der Route «Steinfresser».

Als «Klassiker»-Dessert klettern wir die Route «Leni» an der Spazzacaldeira.


