20. Mai 2024

Wo findet man trockenen und schneefreien Granit? Wir landen schlussendlich in den Schöllenen oberhalb Göschenen. Vom Parkplatz aus betrachten wir die mächtige Wand. Am Wandfuss spielen einige Gämsen, die sind uns klettermässig definitiv überlegen! Es glänzen einige Wasserstreifen, wir entscheiden uns für die Route «Diagonale» 6a, mit 7 Seillängen, welche einen ziemlich trockenen Eindruck macht. Der Zustieg ist kurz und schon bald starten wir mit klettern. Netterweise beginnt die Route mit zwei Seillängen 4a und 5a über Platten, so dass man sich an die Reibung des Granits gewöhnen kann. Nun folgt die erste Schlüsselseillänge im Grade 6a. Diese führt einer Verschneidung entlang und fordert nicht nur aufgrund kleiner Tritte und Griffe, sondern ist hie und da noch mit Nässe gespickt. Konzentration fordert auch der Start über die feine Platte in der 4. Seillänge. Die letzten drei Seillängen folgen der mächtigen Verschneidung. Lässige Kletterei mit Piazzen und Klemmen begeistert uns. Einige Meter sind doch ziemlich nass, gottlob ist dies keine Platte! Die Abseilpiste führt gäbig über 4x50m Abseilen zurück zum Wandfuss. Gemütlich essen wir unser Zmittag und schmieden Pläne für den Nachmittag. Wir entscheiden uns für die Route «Suworov-Pfeiler» mit dem Motto «soweit wie die Kraft noch reicht». Diese Route ist deutlich steiler und von der Kletterei anspruchsvoller als die schon gekletterte «Diagonale». Wir klettern die ersten vier Seillängen und der jeweilige Grad passt jeweils vom ersten bis zum letzten Zug. Besonders ist sicher die zweite Seillänge, beschrieben im Führer mit «Bilderbuchriss» im Grade 6a+. Gefragt sind Hand- und Faustklemmer, die Füsse passen gäbig rein. Bei der dritten Seillänge muss man geschickt mit den verschiedenen Parallel-Rissen spielen, während in der vierten Seillänge technische Wandkletterei mit einer knackigen Plattenstelle angesagt ist. Nun schmerzen die Füsse und die Kräfte schwinden. Wir seilen ab und geniessen in Flüelen bei einem Kaffee diesen gelungenen Tag. Herzlichen Dank für die lässige Gesellschaft in diesen eindrücklichen Routen!

Plattenkletterei in der zweiten Seillänge der Route «Diagonale».

Knackige, aber sehr lässige dritte Seillänge mit nassen Griffen und Tritten gewürzt in der «Diagonale».

Blick Richtung Andermatt. Der mächtige Gemsstock im Hintergrund, gut sichtbar der Saharastaub im Schnee.

Wir sind in der eindrücklichen Schlussverschneidung der Route «Diagonale» angelangt. Hier die 5. Seillänge.

Blick auf die letzte Seillänge, die Route «Diagonale» endet unter dem mächtigen Dach.

Piazzen, Verspreizen und Klemmen, wir sind unterwegs im Granit!

Die Abseilpiste führt mit 4x50m Abseilen zurück auf den Boden.

Anspruchsvolle Risskletterei in der zweiten Seillänge der Route «Suworov-Pfeiler».

Geschicktes Kombinieren der verschiedenen Parallelrisse in der dritten Seillänge im «Suworov-Pfeiler» führen zum Erfolg.

Geniale technische Kletterei, die doch ein bisschen Vorstiegsmut braucht in der vierten Seillänge der Route «Suworov-Pfeiler».