18. Juni 2024
Wir starten spät, doch für einmal ist top Wetter angesagt. Am Klausenpass ist erstaunlich viel los für unter der Woche, nicht nur wir nutzen diesen schönen Tag! Unser Ziel ist der Chli Glatten, ideal bei heissen Temperaturen. Vom Parkplatz aus sieht die Wand grössenteils trocken aus, wir entscheiden uns für die Route «Südpfeiler». Im Plaisir mit vier Sternen bewertet: Es scheint eine lohnende Tour zu sein. Im Zustieg queren wir einige Schneefelder und werden von Murmeltieren abgelenkt, welche fröhlich durch die Gegend wuseln. Es sind noch einige andere Seilschaften in der Wand. Dank unserem späten Start, sind sie aber «ausser Reichweite». Der Einstieg ist schnell gefunden und wir starten im herrlich rauhen Kalk. Die Route wurde saniert, es muss aber immer noch deutlich über die Haken geklettert werden. Dies kann man aber getrost, es kommen gute Griffe und Tritte, auch wenn man es von unten nicht immer klar sieht. Alle sechs Seillängen in den Graden 5b-6b sind mega schön! Die Kletterei ist relativ steil, aber sehr griffig und man findet fast immer gute Tritte. Neben Wandkletterei an herrlichen Leisten, gibt es steile Schuppen, spannende Verschneidungen und kleine Bäuche, die man überwinden muss. In der dritten Seillängen besuchen uns zwei Bartgeier, eindrücklich nah ziehen sie an uns vorbei und nutzen den Aufwind um kraftlos zu steigen. Das Panorama auf die verschneiten Berge vis-a-vis ist wunderschön, der Wind nimmt mit der Höhe zu und wir sind froh um unsere Jacken. Wie seilen wir am Besten ab, ohne dass es uns die Seile verbläst? Wir arbeiten konzentriert und gelangen mit sechsmaligem Abseilen zum Wandfuss zurück. Diese Route ist definitv etwas vom Besten am Chli Glatten! Wir geniessen am Wandfuss die wärmende Sonne und unseren Zvieri, bevor wir uns auf den Heimweg machen. Es war mega lässig, schön, hat es geklappt!
Die Route ist perfekt angeschrieben: Südpfeiler am Chli Glatten.
Die erste Seillänge (5b) ist noch nicht ganz so steil, dafür muss schon deutlich über die Haken gestiegen werden.
Leider ist die super lässige 2. SL (5c+) auf diesem Foto nicht gut sichtbar: steile, griffige Schuppenkletterei und relativ nah abgesichert.

Start der 3. SL (6a), in einem grossen Rechtsbogen an herrlich griffigen Leisten und Aufleger nach oben.

Immerhin noch erkennbar: ganz nah zieht an uns ein Bartgeier vorbei. Unglaublich mächtige und beeindruckende Vögel.
Blick zurück auf die lange 3. SL.

Einmal mehr fantastischer Fels in der 4. SL (6a). Im Hintergrund der Schächentaler Windgällen.

Knifflige Verschneidungskletterei in der 5. SL (6b), hier der Ausstieg.

Patagonische Windverhältnisse in der letzten Seillänge (5c), welche harmonisch gegen oben immer einfacher wird.



