24. Juni 2024
Die Schafbergwand besuchen wir normalerweise im Herbst, doch in diesem kühlen Frühling gehts auch. Der Zustieg von Wildhaus ist dank dem Bestimmen von einigen Schmetterlingen sehr kurzweilig. Konzentriert klettern wir die letzten Meter des Zustiegs bis unter die Wand. Während wir als erstes ein frühzeitiges Mittagessen einnehmen, sind neben uns zwei Seilschaften in den Routen «Langstrasse» und «XL» am Klettern. Um den Start von unserer Route «Die Galoschen des Glücks», 4SL, 7a (6b+ obl.) zu erreichen, klettern wir die ersten zwei Seillängen der Route «Sandührliweg». Die ersten Klettermeter sind knackig, danach folgt spannende Kletterei bis zum Stand. In der zweiten Seillänge fordert eine Boulderstelle über ein Dächlein und schon stehen wir am Einstieg. Ich lasse Laddy für die 7a-Seillänge den Vortritt und dieser flucht schon bald. Der Text im Buch: «Knüllerplatte in L1 verlangt präzises Stehen». Was nicht steht: es geht deutlich gäbiger, wenn man kleiner ist. Ab dem zweiten Bohrhaken folgt eine leichte Traverse nach links. Die Mikro-Griffe und -Tritte sind sehr nah zusammen. Beeindruckend, dass so etwas überhaupt kletterbar ist! Ich fluche dafür in der folgenden Seillänge. Der dritte Bohrhaken in der 6c-Seillänge ist so hoch gesetzt, dass ich ihn nicht aus einer sicheren Position klippen kann und ein Sturz aufs Band riskiere. Wir wechseln den Vorstieg. Mit 1.90m ist es kein Problem, Laddy steigt souverän vor und lässt sich auch bei einem entscheidenden feuchten Griff nicht aus der Ruhe bringen. Diese Seillänge fühlt sich für mich ähnlich schwer an wie die Schlüsselseillänge. Sie ist sehr schwierig zu lesen und viele weite Züge bringen mich an die Grenze meiner Blockierkraft. Endlich wird es ein bisschen einfacher. In der 6. SL, 6a, folgt endlose scharfe Wasserrillenkletterei, genial. Zum Glück sind die Griffe gut, noch ist die Wasserrille nass. Die letzte Seillänge (6b+) ist sicher eine der schönsten Längen. Kurz nach dem Start ist ein super wackliger Mantle nötig, danach folgt spannende technische Wandkletterei bis zum Top. Das Abseilen über die Route geht rassig. Laddy sammelt am Einstieg ein paar unbekannte Pflanzen ein. Zurück in Wildhaus stossen wir auf die herausfordernde Kletterei an und bestimmen die gefundenen Pflanzen.
Tropische Stimmung beim Zustieg zur Schafbergwand. Immerhin regnet es nicht ;-).
Rechts vom Sandührli beginnt die Route «Sandührliweg».
Um die Route «Galoschen des Glücks» zu erreichen, klettern wir die ersten beiden Seillängen der Route «Sandührliweg». Hier die Einstiegslänge mit 6a.

Blick von unten auf die 1. Seillänge der Route «Die Galoschen des Glücks». Eine 7a Knüllerplatte, Kleine haben einen Vorteil!

Unsere 4.SL (d.h. die 2. SL der «Die Galoschen des Glücks»), 6c, anspruchsvolle Steilplattenkletterei, nicht ganz einfach zu lesen.
Super schöne Wasserrillenkletterei über 40m in der 5. SL, 6a.

Der Fels an der Schafbergwand ist wunderbar rauh. Blick auf die letzte Seillänge.

Blick zu den Churfirsten und der Seilschaft in der Route «Langstrasse».

Geniale technische Kletterei in der letzten Seillänge (6b+) der Route «Die Galoschen des Glücks».

Wo genau sind diese Merkmale, die Laddy beschreibt? Pflanzenbestimmung mit der Lupe nach der Tour in der Beiz beim Apéro.



