30. Oktober 2024

Die Sesselbahnen in Braunwald sind in der Saisonpause. Stattdessen haben wir die E-Bikes dabei und radeln beim perfektem Herbstlicht ins Bräch. Es herrscht Inversion, die Temperaturen sind für Ende Oktober sehr mild. Wir deponieren die Velos und es geht steil empor. Via Bärentritt erreichen wir den Lauchboden. Vor uns unser Ziel: der Höch Turm, ein mächtiger Felsklotz, welchen wir überschreiten werden. Die steile Flanke zur Furggele zwischen Ortstock und Höch Turm ist anspruchsvoll zu begehen. Es ist Bewegung in der mächtigen Flanke drin. Beim Zwischenstopp auf der Furggele wechseln wir von Turn- auf Bergschuhe und montieren Helm und Gstältli. Mit Kraxeln geht es bis zum Einstieg. Ich bin gespannt auf die im Führer beschriebenen Hangeltraverse! Ganz so krass ist es nicht, zwar unglaublich ausgesetzt, aber es sind kleine Tritte und Bohrhaken vorhanden und die Schlüsselstelle ist bald gemeistert. Weiter über das eindrückliche Band zur Südflanke. Nun ist «Bruchtraining» angesagt, ca. im 3. Grad geht die Kletterei über den Südostgrat empor. Bohrhaken finden wir keine mehr, wir bewegen uns äusserst vorsichtig, viele Steine sind lose. Der Blick vom Gipfel aufs Nebelmeer ist fantastisch! Runter via Normalweg, d.h. zuerst über den Westgrat abklettern und danach über das breite Band zurück an den Wandfuss. Die Sonne war hier noch nicht, das Band ist mit Rauhreif überzogen. Wir fühlen uns wie Enten auf dem Glatteis und steigen hochkonzentriert auf dem rutschigen Untergrund ab. Am Fusse des Höch Turm bestaunen wir nochmals seine mächtige Nordostflanke mit der Hangeltraverse. Wir queren auf Wegspuren zum Flätstock, und von da runter zum Wanderweg. Weiter via Lauchboden und Bärentritt zurück zu den E-Bikes. Was für ein Genuss: die bequeme Abfahrt beim schönsten Abendlicht und beleuchteten Gipfeln ist einfach perfekt! Vielen Dank für die lässige Bergtour!

Das Ziel vor Augen: Blick vom Lauchboden auf den Höch Turm.

Von der Furggele zwischen Ortstock und Höch Turm geht es an den Einstieg des Südostgrats.

Die Schlüsselseillänge der Route ist die Hangeltraverse mit viel Tiefblick.

Erstaunlich gäbig geht es auf einem Band in die Südflanke des Höch Turm.

Nicht schwer, aber sehr brüchig ist der Südostgrat des Höch Turm. Im Hintergrund der mächtige Rücken des Ortstocks.

Auf dem Gipfel mit wunderschöner Aussicht auf das Nebelmeer im Flachland.

Lässige Gratkletterei und deutlich weniger brüchig im Abstieg über den Westgrat.

Umso anspruchsvoller ist das mit Rauhreif überzogenen Band, welches zurück an den Wandfuss führt.

Blick vom Wandfuss in die mächtige Nordostflanke des Höch Turm mit der Hangeltraverse. Links der Ortstock.

Geniale Abendstimmung bei der Abfahrt mit den mächtigen Gipfeln des Glarnerlands. Rechts der Ortstock und Höch Turm.