22. Februar 2025

Es sind relativ warme Temperaturen angesagt und der Schnee ist auf der Südseite schon fast verschwunden. Wir steigen hoch zur Schafbergwand oberhalb Wildhaus. Der Zustieg ist zum grossen Teil schneefrei, die Wand sieht perfekt trocken aus. Der Himmel ist leicht dunstig, ich montiere genügend Kleider für unsere erste Route. Wir steigen in die 4-Seillängen Tour «Plattenwand» 6c/6c+ (5c+/A0) im Sektor Südturm ein. Die ersten zwei Seillängen sind Verschneidungskletterei. Insbesondere die zweite Seillänge ist fast 50m lang und Klettergenuss pur! Jetzt folgt die Schlüsselseillänge, eine 6c/6c+ Platte mit einer fiesen Schlüsselstelle. Fies, weil ich zwei Züge einfach nicht hingekriegt habe. Laddys Lösung ging für mich nicht, haben wir doch sehr unterschiedliche Spannweiten. Janu, es geht weiter mit herrlich griffiger Kletterei bis zum Top. Wir seilen ab und gönnen uns den Zmittag. Die Route «Alpsteinhammer», 6c+, 5SL (alle 6c+) mit der Beschreibung «Anhaltende Seilplattenkletterei mit recht sportlicher Absicherung» ist geplant. Laddy steigt super vor, mir graust es schon beim Zuschauen. Die Kletterei ist anhaltend schwer, es muss sehr viel dazugelegt werden und stürzen darf man definitv nicht immer. Die erste Seillänge ist anspruchsvoll zum lesen, Laddy schafft den Durchstieg und ich alle Züge. Jetzt wird es knallhart: die zweite Seillänge hatte ursprünglich in der Mitte ein Stand. Dies wäre super, ist die Kletterei doch so anspruchsvoll, dass man froh um eine Pause wäre. Laddy schafft fast alle Züge, aber auch ihm ist eine Stelle in der Mitte ein Rätsel. Ich klettere doch einige Meter mit «bschisse» und bin auch so noch ordentlich gefordert. Nach der Gehseillänge wird es zum Glück ein bisschen einfacher. Die erste Hälfte ist Risskletterei, bis wieder eine für uns unmögliche Plattenstelle folgt. Ich bin zu sehr ausgekühlt, wir brechen vor der letzten Seillänge ab. Was für eine knallharte Route! Definitv das Schwerste, was ich bisher an der Schafbergwand versucht habe. Im alten Stil bewertet (wäre heute sicher 7a) und die erste Seillänge ist psychisch sehr anspruchsvoll. Ein intensiver Tag geht zu Ende und ein neues Projekt ist eröffnet! Danke Laddy für die lässige und unmögliche Kletterei!

Die erste Seillänge der Route «Plattenwand», 5c+. Verschneidungskletterei mit einer kurzen Schlüsselstelle knapp vor dem Stand.

Ab durch den Kamin in der ersten Hälfte der zweiten Seillänge, 5c.

Das Highlight der Route «Plattenwand» ist die zweite Seillänge. 48m, 5c Verschneidung mit weiten Hakenabständen.

Schnee auf der Nordseite und Trocken auf der Südseite.

Laddy kurz vor der Schlüsselstelle (6c/6c+) der Route «Plattenwand».

40m herrlich griffige Kletterei (abgesehen vom Start-Platten-Boulder) in der 3.SL, 5c, der Route «Plattenwand».

Die Churfirsten können noch immer gut mit Skis bestiegen werden.

Blick zurück auf die erste Seillänge der Route «Alpsteinhammer», 6c+. Sehr anspruchsvoll abgesichert, es muss zwingend dazugelegt werden.

Die 2. SL der Route «Alpsteinhammer», 6c+. Anhaltend schwer, dafür mehr Bohrhaken, und sehr lang! Expresse verlängern, sonst gibt es Seilzug.

Die zweitletzte SL der Route «Alpsteinhammer», 6c+. Ist am Anfang einfacher, dafür komplett clean. Bohrhaken hat es erst in der schweren Platte im zweiten Teil.