10.-11. August 2025

Der Aufstieg zur Fridolinshütte zuhinterst im Glarnerland ist sehr schön und heiss. Zum Glück wartet bei der Hütte ein Badesee auf uns! Wir springen rein und die Energie kehrt zurück. Diese haben wir nötig, haben wir eine grosse Tour vor uns: der Tödi Nordgrat! Beschrieben mit «Grossartige und anforderungsreiche Tour in Fels und Eis, zum Teil brüchiger Fels. SS, 10-12 Std.», wir sind gespannt! Um 3 Uhr in der Nacht frühstücken wir und kurz darauf geht es via Ochsenstock und Röti Richtung Einstieg. Der erste Aufschwung umgehen wir östlich, langsam kommt das Morgenlicht. Für den zweiten Absatz queren wir in die Nordwestflanke und steigen durch eine Rinne auf. Dies ging jetzt aber gäbig! Jetzt folgt die Schlüsselstelle: eine 40m lange und brüchige Verschneidung, 5c, A0, anseilen ist angesagt. Gewohnt souverän steigt Laddy vor, ich verstecke mich beim Sichern vor den herunterfliegenden Steinen. Der Grat ist sehr brüchig, Laddy versucht so viel wie möglich auszuräumen, so dass das Seil keine Steine mehr lösen kann. Wir stellen fest, dass der 3. und 4. Aufschwung deutlich länger sind, als die Beschreibung erahnen lässt. Es hat immer mal wieder sehr schwere Stellen zu klettern. Selten treffen wir auf Schlaghaken. Das Legen im brüchigen Fels ist schwierig, oft muss «auf sicher » geklettert werden. Langsam arbeiten wir uns höher. Nach jedem Absatz folgt eine Pause im mehr oder weniger horizontalen Fels. Der 5. Abschnitt gehen wir teilweise seilfrei, ist er doch einfacher als die Vorangehenden. Wir stehen vor dem letzten Absatz. In zwei Seillängen klettern wir ausgesetzt auf den Sandgipfel. Endlich geschafft! 40 Min. später sind wir auf dem Hauptgipfel und schon ein bisschen stolz, dass wir dieses Abenteuer gemeistert haben. Wir stärken uns, es folgt die nächste Konzentrationsübung: der Abstieg über die Westflanke und weiter zur Planurahütte. Knapp 13 Stunden nach dem Aufbruch in der Fridolinshütte sitzen wir erschöpft und zufrieden bei kühlem Getränk und Kuchen in der Planurahütte. Was für eine eindrückliche Tour, gemacht für alle, die ein Abenteuer suchen! Danke an Laddy für dein souveränes Vorsteigen in diesem äusserst steilen und brüchigen Fels!

Bald sind wir in der Fridolinshütte. Im Hintergrund der Tödi, rechts unser Ziel: der Nordgrat.

Langsam wird es hell. Der erste Aufschwung liegt hinter uns, der zweite Aufschwung vor uns. Diesen umgehen wir rechts durch eine Rinne.

Ich verkrieche mich in der Höhle, so dass ich vor den herunterfliegenden Steinen geschützt bin.

Blick nach unten in der steilen und brüchigen 5c Verschneidung.

Blick zurück auf die gemachten Aufschwünge. Weit unten liegt die Alp Ober Sand.

Wir vermuten, dass dieser Aufschwung immer noch zum 3. Aufschwung gehört.

Eine der schwierigeren Seillängen: in der Mitte gilt es einen kleinen Überhang zu überwinden. Für einmal steckt an der Schlüsselstelle ein Schlaghaken.

Für einmal relativ fester Fels, wir vermuten, dass wir da am Ende des dritten Absatzes unterwegs sind.

Vor uns der vierte Absatz. Diesen erklettern wir durch eine Verschneidung östlich, und ziehen nach ca. 30m rechts weg. Es folgt eine weitere 5er Kletterstellen und wieder einmal ein Schlaghaken.

Vor uns der letzte Aufschwung. Von Einheimischen wurde uns gesagt, dass wir da den besten Fels finden!

Sehr ausgesetzt und relativ fester Fels: Laddy unterwegs in der letzten Seillänge kurz vor dem Sandgipfel.

Weiter geht es auf dem Gletscher zum Gipfel. Von links sind die Spuren der Normalroute sichtbar.

Höher geht es nicht: auf dem Gipfel des Tödi!

Abstieg über die Westflanke zur Planurahütte.