21. September 2025
Der letzte einigermassen schöne Tag, bevor eine regnerische Woche ansteht. Wir sausen mit dem Auto auf den Klausenpass und hoffen, dass die Föhnwalze nicht zu nah ist. Auf dem Pass gönnen wir uns zuerst einen Kaffee, vielleicht stellt der Wind magischerweise ab? Doch dies ist nicht der Fall. Da es relativ warm ist, steigen wir trotz starkem Wind auf zum Chli Glatten. Wir entscheiden uns für die Route «Open Air» und hoffen, dass sie ein bisschen geschützt ist dank ihrer Ecken-Lage. Die erste Seillänge (5c) geht gäbig, die kurze nasse Stelle stört nicht. Ab jetzt heisst es schwer klettern, Laddy steigt in der zweiten Seillänge (6c+) vor, diese ist sehr steil, eher kurz, aber anhaltend schwer. Schon beim Startboulder wirft es mich ab, immerhin kann ich alle Züge klettern, doch der Pump ist unglaublich schnell da, sind wir doch einfach noch nicht aufgewärmt für diese schwere Kletterei. Doch wärmer wird es heute nicht. Der Wind ist mal weniger und mal mehr, zwischendurch kralle ich mich an die Wand, habe ich doch Angst, dass mich eine Böe aus dem Gleichgewicht bringt. Die dritte Seillänge (6c+) ist zu beginn sehr anspruchsvoll, und wird zum Glück gegen oben einfacher. Nun wechselt ein wenig der Stil, die Kletterei ist flächer und technischer. Bei der vierten Seillänge (6c) gibt es immer mal wieder schwierige Boulderstellen, dazwischen einfachere Kletterei. Der Fels ist fantastisch, unglaublich rauh, kleinste Käntchen können gehalten werden. Es folgt das Finish: Laddy gibt in der letzten Seillänge alles (7a+), doch für den Schlussüberhang reicht die Kraft nicht mehr. Die Bedingungen waren definitiv haarsträubend. Die Windböen haben schon längst alle anderen Kletterer aus der Wand vertrieben, nur wir kämpfen noch im Wind. Ich steige die Seillänge mit ganz viel «bschisse» nach, mir ist es definitv zu kalt, ich will so schnell wie möglich runter. Das Abseilen ist spektakulär, insbesondere im unteren Teil müssen Expresse einghängt werden, dass man den nächsten Stand erreicht. Zurück im Tal stärken wir uns. Und zu Hause, haben wir schon ein bisschen Freude, ab diesem unglaublich intensiven Natur- und Klettererlebnis. Danke Laddy, es bleibt definitiv unvergesslich!
Ausgesetzter Zustieg am Stahlseil zu unserer Route «Open Air» am Chli Glatten.
Blick auf die erste Seillänge (5c), leider reicht diese nicht, um warm geklettert zu sein.
Die anhaltend schwierige zweite Seillänge (6c+), hier passt die Beschreibung «steil, griffig und ausgesetzt» sehr gut!

Noch befindet sich eine andere Seilschaft in der Route «Flache Pfeiler» neben uns.
Die vierte Seillänge (6c) ist die längste (45m), dafür nicht anhaltend schwer. Technische Kletterei mit schweren Stellen.

Blick auf die Föhnwalze hinter dem Clariden.

Die meisten Kletterer würden bei soviel Wind umkehren, Laddy klettert lächelnd weiter.
Der schwere und ausgesetzte Start der letzten Seillänge (7a+). Weit unten das Schächental.

Ausgesetzte und eindrückliche Abseilfahrt über die Route.




