16. Oktober 2025

Die Nebelgrenze ist sehr hoch, ein Grund auf den Klausenpass zu fahren. Ein fantastisches Nebelmeer liegt im Schächental und im Glarnerland. Wir steigen bei idealen Bedingungen auf zu unserer Kletterwand, der Südwand des Chli Glatten. Der Start der Route «Schafspelz» (7SL, 6b+, 6a obl.) ist perfekt markiert, wir rüsten uns fürs Klettern. Rückblickend weiss ich, dass die erste Seillänge die «unhomogenste» ist, d.h. einfacher, und dazwischen zwei schwierige Boulderstellen. Beim ersten Stand wartet ein Highlight auf uns. Völlig gelassen beobachtet uns ein Steinbock, ein wunderschöner Kerl! Erst ein lautes Kampfflugzeug lässt ihn seinen Aussichtsplatz verlassen. Wir klettern weiter und wie: die folgende Länge, 6b, ist 45m lang, anhaltend feine technische Kletterei, ich bin gefordert und am Ende geflasht. Und es geht auf hohem Niveau weiter, zwar ein kleines bisschen einfacher, aber spektakulär ausgesetzt und steil ist die 3. SL, 6a, unvergesslich. Ich bin froh um ein kurzes Durchatmen in der 4. SL im vierten Grad, trotzdem schön. Ab jetzt sind wir eigentlich auf der Nachbarroute «Einsamer Wolf» unterwegs, da unsere Route hier fertig ist. Technische Wandkletterei vom Feinsten an herrlich rauhem Hochgebirgskalk erwartet uns in den folgenden drei Seillängen. Mit den Graden 6b, 6b+ und 5c+ bleibt es schwer und die Kletterei ist anhaltend. Insbesondere in den letzten beiden Seillängen warten viele Seit- und Untergriffe auf uns, Balance ist gefragt, wir sind begeistert! Stets im Blick das endlose Nebelmeer und der klare Blick auf die Berge im Urnerland. Erstaunlicherweise sind wir alleine unterwegs, dabei können die Bedingungen gar nicht besser sein. Wie im Führer empfohlen seilen wir über die Nachbarroute «Inkognito» ab. Dank der Steilheit geht dies ohne Probleme und wir gelangen zurück zu unserem Depot. Das konzentrierte Klettern lässt unsere Bäuche knurren, wir essen unseren Lunch, bevor es zurück zum Auto geht. Ein letzter Blick auf die wunderschöne Welt oberhalb des Nebelmeeres, jetzt geht es zurück ins «Grau». Herzlichen Dank für diesen super Tag!

Von oben ist das Nebelmeer im Schächental wunderschön.

Der Einstieg unserer Route «Schafspelz» ist perfekt markiert.

Blick auf die erste Seillänge mit zwei knackigen Boulderstellen.

Beim ersten Stand beobachtet uns gelassen ein mächtiger Steinbock.

45m anhaltend technische Wandkletterei in der zweiten Seillänge, 6b, mega schön!

Spektakulär der Start der dritten Seillänge, 6a, und es geht so weiter…

… eine steile und ausgesetzte Traverse lässt den Puls höher schlagen in der 3. Seillänge.

Blick auf den anspruchsvollen ersten Teil der 5. Seillänge, 6b, im schönsten Kalk.

Fast geschafft, der Schluss der 6. Seillänge, 6b+.

Routenbuch am Top. Bitte unbedingt einen Schreiber hochtragen! Aktuell kann man sich nicht eintragen.

Das Nebelmeer berührt fast den Klausenpass! Blick Richtung Schächental.

Steile Abseilfahrt über die Route «Inkognito».