7. November 2025
Aus einem ganz kurzfristigen Abmachen wird ein tolles Unternehmen, aber von vorne. Bei der Planung für den Chli Glatten stellen wir fest, dass der Klausenpass Wintersperre hat. Wir planen um und entscheiden uns für den Gabchopf oberhalb des Urnerbodens. Der Parkplatz ist verwaist, wir steigen via der Alp Zingel auf. Die Grasflanke wird immer steiler und endet im Gabchopf. Als erstes gönnen wir uns eine Mittagspause, bevor wir bei perfekten Bedingungen in die Route «Hanäschrei» einsteigen. Mit 6 Seillängen, Schwierigkeitsgrad 6a+ (6a), passt diese Route perfekt für die kurzen Novembertage. Die erste Seillänge (6a) ist meine heutige Vorstiegs-Herausforderung. Noch nicht richtig eingeklettert folgt eine anspruchsvolle Stelle auf Reibungstritten und Zangengriffen zwischen dem 2. und 3. Bohrhaken. Ich traue dem Felsen noch nicht und fürchte bei einem Sturz das Bödeli unter mir. Doch es klappt und mit jedem Meter (die erste Seillänge ist 45m lang) steigt das Vertrauen und die Freude am genialen Fels. Nun folgt ein Highlight nach dem Anderen. Die Route wechselt ab zwischen technischen Kletterpassagen an kleinsten Leistchen und steilen Aufschwüngen an grossen Griffen. Nicht schwer aber unglaublich spektakulär sind die zwei Traversen. Sowohl die letzten Meter der 3. Seillänge, wie auch die gesamte 5. Seillänge (kurz) sind ausgesetzte Quergänge mit viel «Luft underem Füdli» und genialem Hintergrund für Fotos. Die Schneeberge rundherum bieten ein fantastisches Gebirgsambiente und dies bei perfekt trockenem Fels und angenehmen Klettertemperaturen. Die Beschreibung der Route «Homogene, abwechslungsreiche Kletterei in sehr schönem Fels» passt genau. Sie ist komplett eingebohrt, es ist aber möglich dazu zu legen. Am Top angelangt öffnet sich der Blick auf die Jägerstöcke. Irgendwann würde ich da gerne mal Klettern gehen! Doch heute ist es Zeit umzukehren. Wir seilen über die Route ab und staunen ab der Steilheit des Gabchopfs. Nach einer Rast am Wandfuss steigen wir ab zum Urnerboden. Im sympathischen Restaurant «Sonne» geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen bei einer selbstgebackenen Apfelwähe und lassen den Tag Revue passieren. Vielen Dank für diesen lässigen Tag!
Die Hälfte des Aufstiegs ist geschafft. Blick auf die Allp Zingel und den Gabchopf (ca. Bildmitte).
Die Routen sind perfekt mit Täfelchen angeschrieben. Der Start unserer Route: zuerst kurz grasig und dann gehts gleich steil zur Sache.
In der oberen Hälfte der ersten Seillänge hat es geniale Einschüsse auf denen man vorsichtig aufstehen muss.

Herrliche Aussicht mit Schneebergen, Blick Richtung Klausenpass.
Die zweite Seillänge (5c+), nie ganz schwer und nie ganz einfach.

Steil und zum Glück grossgriffig ist die dritte Seillänge (6a).

Fotogene und ausgesetzte Traverse am Ende der dritten Seillänge.
Flächer und kleingriffiger ist die 4. Seillänge (6a+) im rauhen Kalk.

Blick auf das Ende der 4. Seillänge. Weit unten in der Sonnen-Schatten Grenze liegt das Dorf Urnerboden.

Kurz, aber spektakulär ist die 5. Seillänge (6a). Eine Traverse auf kleinsten Tritten.

Und hier noch der umgekehrte Blick auf die 5. Seillänge.




