13. November 2025
Der Wetterbericht verspricht aussergewöhlich mild in den Bergen. Und weils das letzte Mal so lässig war, sind wir ein zweites Mal auf dem Weg zum Urnerboden. Der Aufstieg startet kühl am Schatten, doch mit dem steilen Zustieg und den Sonnenstrahlen sind wir bald am Schwitzen. Bei T-Shirt Bedingungen bereiten wir uns auf das Klettern vor. Heute haben wir die Route «Tüfflüger» mit 6 Seillängen und Schwierigkeitsgrad 6b (6a+ obl.) geplant. Die erste Seillänge ist im Grade 6a. Die Bohrhakenabstände dünken mich näher als im benachbarten «Hanäschrei», die Kletterei ist ebenso technisch, steil und anhaltend auf den 40m. Es geht zur zweiten Seillänge (5c): nach einer kurzen Verschneidung, folgt ein kleines Dächlein und danach ausgesetzte Leistenkletterei. Der Blick auf die dritte Seillänge zeigt eine kompakte Felswand. Die mit 6b angegebene 3. SL ist die Schlüssellänge nach Topo, ich bin gespannt! Die kompakte Platte bietet kleinste Leistchen, dort wo es nötig ist, ca. in der Mitte der Seillänge wird es steiler und man folgt einer Verschneidung. Piazzen und Verspreizen helfen, ich gelange euhporisch zum Stand, was für coole Kletterei! Und es geht grandios weiter. Die 4. SL (6a) ist eine Gabchopf-typische Traverse an guten Griffen und rauhen Tritten ausgesetzt weit über dem Urnerboden. Abwechslung bietet die 5. SL (6a+) mit einem lässigen Verschneidungsstart, einer super griffigen Traverse und einem plattigen Finish. Das Routenbuch ist vom Erstbegeher. Beeindruckt blättern wir uns durch und finden doch hie und da bekannte Namen. Kein Wunder bei dieser schönen Kletterei. Die letzte Seillängen (6a+) ist unhomogener, da die Wand ab jetzt gestuft ist. Schön ist die Kletterei aber trotzdem. Wir seilen über die Nachbarroute «Hanäschrei» ab, wie im Topo empfohlen. Zurück am Wandfuss geniessen wir die Herbstsonne und die fantastische Aussicht auf die Glarner Berge vis-a-vis. Die Route «Tüfflüger» hat den Diamanten (im Routenbuch) verdient, geniale Kletterei auf der gesamten Route! Für den ersten Teil des Abstiegs braucht es nochmals Konzentration, danach gehts gäbig zurück ins Tal. Bei Kaffee und Kuchen geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen bevor es nach Hause geht. Einmal mehr ein super Tag, vielen Dank!
Bei «aussergewöhnlich mild» trifft man in den Bergen im November blühende Enziane an.
In wenigen Metern erreichen wir den steilen Wandfuss des Gabchopfs. Im Hintergrund der Läckistock.
Die erste Seillänge ist schon geschafft. Hier der Start der 2. Seillänge.

Blick auf die gesamte schöne 3. Seillänge: plattiger Start mit Leistchen, danach Verschneidungskletterei.
Weit unten der Urnerboden. Dies ist das Ende der super schönen 3. Seillänge (6b).

Spektakulär, der Start der 4. Seillänge (6a), eine Traverse.

Unglaublich luftig und ausgesetzt, das Ende der 4. Seillänge (6a), im Hintergrund der Gemsfairen.
Die 5. Seillänge (6a+) startet mit einer lässigen Verschneidung.

Eindrückliches Routenbuch vom Erstbegeher 1994 am Ende der 5. Seillänge.

Steil präsentieren sich die Jägerstöcke oberhalb des Gabchopfs.

Mit Abseilen über die Nachbarroute «Hanäschrei» geht es zurück an den steilen Wandfuss.




