13. März 2026

Geplant waren Skitouren, doch Laddy ist erkältet und die Bedingungen sind perfekt zum Klettern, so steigen wir von Wildhaus auf zur Schafbergwand. Ich freue mich sehr, und bin auch ein bisschen nervös. Ist es doch seit langem eine Mehrseillänge und dies erst noch an der technischen Schafbergwand. Wir sind ganz alleine unterwegs, obwohl fantastische Bedingungen herrschen. Wir haben uns für die Route «Da muesch en Dickä schickä», 6a+ (5c+), 7SL entschieden. Ich beginne mit Klettern. Die erste Seillänge gilt im Führer als Schlüsselseillänge. Dies vermutlich, weil sie am steilsten ist. Doch die Bohrhaken sind nah, und somit ist es für mein Empfinden nicht die schwerste Länge. Diese ist bald geschafft und ich freue mich ab dem rauhen und strukturierten Kalk. Es folgen drei Seillängen im Grade 5c+. Wer den Schafberg kennt, weiss, da muss man schon richtig klettern. Am Beeindruckensten ist die 4. Seillänge. Fast 50m lang folgt sie (nach einem anspruchsvollen Boulderstart) einem breiten Riss. Die Hakenabstände sind gross, es muss dazu gelegt werden. Dieser Seillänge verdankt die Route wohl ihren Namen. Ein bisschen froh bin ich, dass ich da per Zufall im Nachstieg bin! Ein Set Friends und Keile sollte man dabei haben, so macht das Klettern in dieser Route definitiv mehr Spass! Die letzten drei Seillängen sind weniger «schön». Ein bisschen alpiner, aber immer wieder schöne Klettermeter. Und der «Gipfel», bzw. der Südturm bietet eine fantastische Aussicht und lohnt sich allemal. Wie empfohlen seilen wir über die Route ab. Dies geht gäbig und schon bald sind wir zurück am Wandfuss. Wir geniessen das Trinken und Essen, sowie die Sonnenstrahlen im Gesicht. Was für ein schöner Tag! Im Abstieg werden noch einige Pflanzen bestimmt und der Specht klopft lauthals an einen morschen Baum. Kaum zu glauben, dass es in den nächsten Tagen nochmals Schnee bis ins Flachland geben soll! Wir gönnen uns einen Kaffee im Tal, bevor es an die Heimreise geht. Und ja, ich freue mich schon sehr auf die nächste Mehrseillänge mit Laddy an der Schafbergwand (oder wo auch immer!).

Die Zustiege an der Schafbergwand sind anspruchsvoll. Hier auf dem Weg zum Sektor «Südturm».

Die erste Seillänge der Route «Da muesch en Dickä schickä», 6a+. Steil, schön zu klettern und sehr gut abgesichert.

Die zweite Seillänge, typisch Schafbergwand, es braucht Psyche, die Bohrhakenabstände werden grösser, herrlich rauher Kalk.

Der Finish der 2. Seillänge, ohne die Füsse geht nichts an der Schafbergwand!

Die 3. Seillänge beginnt mit einem mühsamen Riss, der selber abzusichern ist. Hier die letzten griffigen Meter.

Laddy in der Königsetappe, bzw. die 4. Seillänge, 45m anhaltende Kletterei in einem breiten Riss.

Blick von oben auf die 4. SL, definitiv auch psychisch anspruchsvoll.

Mässige Begeisterung in der 5. SL, diese ist sicher am alpinsten, bzw. bietet viel Botanik.

Fast geschafft, dies ist die 7. SL, eine 3a Kante, welche auf den Südturm führt. Die Churfirsten im Hintergrund.

Langsam kommen die Wolken, es wird Zeit abzuseilen!