16. Juli 2026
Nach einer langen Trockenperiode hat es gestern wieder einmal geregnet. Deshalb sind wir heute nicht allzu früh im Aufstieg zum Bockmattli. Der Fels ist erstaunlich trocken, vermutlich ist die Hälfte des Regens in der Luft verdampft. Wir probieren eine neue Tour aus. Auf halbem Weg in der «Chli Chäle» traversieren wir ausgesetzt durch steiles T6 Gelände. Wir treffen auf einen Bohrhaken und gesichert kraxeln wir das felsdurchsetzte Grasband hoch zum Einstieg der Route «Handlanger» (3 SL, 6b+, 6a+ obl.). Ob uns hat es mehr Routen als im Topo eingezeichnet, wir analysieren die «einfachste» Linie als unsrige und es geht los! Was für ein Start, nach wenigen Metern folgt eine leicht überhängende Boulderstelle, und danach geht es mehr oder weniger anhaltend schwer an Seitgriffen mit miesen Tritten bis zum Stand. Der Fels ist traumhaft, die 6b+ fordert uns Beide, es bleibt für mich die schwerste Seillänge des Tages. Die zweite Seillänge (6b+) ist zu Beginn ziemlich knifflig, wird aber im oberen Teil deutlich einfacher. Wir gelangen auf das Abstiegsband der Westschulter. Mehr oder weniger gerade aus geht es in die 3. Seillänge (6b+) des «Handlangers». Ebenfalls braucht es hier Ganzkörperspannung um das Piazzen zu Meistern. Mit Abseilen gelangen wir zurück auf das Abstiegsweglein. Nach ca. 50m finden wir den Einstieg der Route «Al Koppone» am Fels angeschrieben. Diese führt in 3 Seillängen max. 6a+ (5c+ obl.) auf den «Gipfel» der Westwand des Kleinen Bockmattliturms. Auch hier ist der Fels herrlich rauh, steil und griffig. Insbesonders in der 2. Seillänge heisst es nochmals «dranbleiben». Die eher zu heissen Verhältnisse, sowie die langsam vorhandene Müdigkeit in den Unterarmen machen sich bemerkbar. Mit zweimal Abseilen gelangen wir zurück auf das Abstiegsband. Wir suchen den Schatten und tanken Energie für den Abstieg durch die «Chli Chälen», waren es doch alles anspruchsvolle Seillängen. Zurück bei unserem Depot löschen wir unseren Durst und es geht zurück ins Tal. Mit einem kühlen Getränk und einem Glace beenden wir diesen eindrucksvollen Tag. Es war ein richtiger «Bockli»-Ausflug: krasser Zustieg, genialer Fels, fordernde Kletterei und eine herrliche Landschaft um uns herum. Danke für die coole Tour!
Am Einstieg der Route «Handlanger». Der Zustieg braucht Trittsicherheit im steilen Grasgelände.
Die eindrücklichste Seillänge des Tages ist die erste SL der Route «Handlanger», anhaltend und anspruchsvoll an herrlich rauhem Kalk.
Nach zwei Seillängen gelangt man auf das Abstiegsband der Westschulter. Ganz viele Schmetterlinge erfreuen sich an unserem Schweiss.

Blick auf die 3. Seillänge der Route «Handlanger». Diese ist oberhalb des Abstiegsbandes und es muss abgeseilt werden.
Den ganzen Tag im Blickfeld: der Namenlose Turm mit Seilschaften auf der Kante und in den neuen Routen «Chronos» und «Meriba».

Den ganzen Tag sind wir in solchem herrlich rauhen Fels unterwegs.

Die erste Seillänge (6a) der Route «Al Koppone» bietet lässige steile Kletterei, zum Abschluss ein feingriffiger Aufsteher.
Der «expo» Start der 2. SL (6a+) der «Al Koppone» ist nicht so gfürchig, dafür heisst es danach dranbleiben!

Mit zweimal Abseilen (2. Stand extra) gelangt man zurück auf das Abstiegsband der Westschulter.

Blick zurück auf das Bockmattlimassiv, welches mir schon einige intensive Momente des Lebens bescherte!




