10.-11. August 2018:
Klettern an der Eiger Südostwand: Von der Route Märmelibahn habe ich schon länger geträumt. Die Wettervorhersage war zwar etwas kühl, aber sonnig und ohne Gewitter. So stiegen wir am Freitag um 11:00 im Eismeer aus. Durch den dunklen Stollen ging es auf den Gletscher und innert Kürze waren wir am Einstieg. Die erste Seillänge war ziemlich taff, durch den Gletscherrückgang war der erste Bolt ziemlich weit oben und der Fels ohne Reibung. Schnell war uns klar, dass wir diese Route unterschätzt haben. Sie forderte eine extrem gute Vorstiegspsyche, da weite Hakenabstände, wenig Selberlegmöglichkeiten und anspruchsvolle Kletterei. Doch dank Laddy schafften wir es bis ins Biwack vor dem Eindunkeln. An so einem eindrücklichen Ort habe ich noch nie Biwakiert: absolut empfehlenswert! Am nächsten Morgen starteten wir motiviert um 7:00. Das Ziel war eigentlich das Top, doch nach 3 Seillängen gaben wir auf, einerseits war es wegen der Bise unglaublich kalt und andererseits war auch unser Vorsteiger langsam mental ausgelaugt. Wir seilten ab. Zurück ging es über den Gletscher zur Jungfraubahn. Bei Kaffee und Kuchen im Hotel Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg schlossen wir mit dem Abenteuer Märmelibahn ab: eine Route mit unglaublich schönem Ambiente, die viel fordert, dafür ein geniales Biwack und herrlich scharfen Wasserrillen-Kletterei bietet (abgesehen von den ersten 5 Seillängen).
Raus aus dem Stollen, nun geht es auf den Gletscher und über diesen innert 20 Minuten zum Einstieg.

Der Vorsteiger war ohne Rucksack unterwegs, die beiden Nachsteiger je mit einem leichten Rucksack (Schlafsack und Kleider). Das schwere Material (Schuhe, Steigeisen, Essen) zogen wir in einem Haulbag hoch. Für dies benötigten wir insgesamt 3 Seile, was hie und da zu einem Seilchaos führte…

Nachdem wir die ersten 5 Seillängen hinter uns hatten, folgten wunderschöne Seillängen in messerscharfem Kalk.

Endlich im Biwack: nach 11 Seillängen kommen wir beim heutigen Tagesziel an. Schnell Kochen, Essen und in den warmen Schlafsack und die Aussicht geniessen.

Das Wasser sammeln wir mit einem Röhrli vom Fels ab. Und dank dem aufgehängten Wasserbeutel am Friend, sammelt sich das Wasser von alleine.

Kurz nach 6:00 erscheint die Sonne links vom Schreckhorn, daneben das Lauteraarhorn. Eine perfekte Stimmung.

Der obere Teil beginnt eigentlich vielversprechend, herrliche Wasserrillen, doch der kalte Wind wird immer stärker und wir sind doch auf 3500 m.ü.M.

Nach dieser Seillänge kehren wir um, zu kalt, zu ausgelaugt. Schade, hat es nicht geklappt bis oben und mega cool, war es mir möglich, an so einem eindrücklichen Ort zu klettern und zu übernachten!
