21. September 2018:
Nach einer Kletterpause (dank meinem Planura-Hüttengehilfinnen-Einsatz) ging es endlich wieder einmal an festen Fels. Da ich nicht früh aufstehen wollte (verhocket…), ging es in eine kurze Mehrseillänge am Klausenpass. Der Chli Glatten bietet unzählige Routen, einige im 5. Grad und viele Anspruchsvollere. Wir wählten das «Schwert des Samurai». Netterweise steigerte sich der Schwierigkeitsgrad mit jeder Seillänge: 6a, 6b, 6c, 7a, 7a und zum Schluss nochmals eine 6b zum Ausklettern. Schon in der 6a waren wir aber beide gefordert und hofften, auf keine markante Steigerung. In der zweiten Seillänge war ein spannender Kantentanz gefordert. Die dritte Seillänge startete mit einem Dachboulder und es folgte eine Traumverschneidung. Dann kam die Crux: Nach einigen Anläufen kam ich mit vielen Hooks über die Schlüsselstelle hinweg, doch es blieb ein anspruchsvoller Balanceakt bis zum Stand. Die nächste 7a war zwar einfacher zu lesen, doch die unglaublich scharfen Griffe und meine hornhaut-fehlenden Fingerkuppen liessen mich beissen. Nicht mehr ganz so schwer ging es zum «Gipfel» und mit dreimaligen Abseilen zurück zum Start. Fazit: eine super Tour, spannend und abwechslungsreich zu klettern, sehr technisch und trotzdem steil. Das «Schwert des Samurai» hat uns beiden sehr gut gefallen, Chli Glatten, wie kommen bald wieder!
Die Route «Schwert des Samurai» ist rechts der Schlucht von der Bildmitte. Die Route folgt der Kante.

Die erste Seillänge (6a), gar nicht so einfach, wie es aussieht.

In der zweiten Seillänge beginnt die Route mit der Kante zu spielen, technische Kletterei.

Die Wand schaut nach Süden, die Folge: ein schönes Schattenspiel, wenn der Kletterer genau auf der Kante ist.

Die Crux: Nach einem kleinen Dach, liegt die Schwierigkeit darin, dass man nur Seitengriffe zur Verfügung hat und die Tritte nicht sieht, da sie unter dem Dach sind, spannende Kletterei!

Am Ausstieg der Route: Wie habens geschafft, sind wir jetzt Samurais?
