22. Oktober 2018:
Den Sonntag verbrachten wir mit Arbeiten, dafür machen wir am Montag frei. Perfektes Wetter, nur wir zwei an der Wand und eine super Route, was will man mehr?! Von vorne: Nach einem kalten Aufstieg von Schribersboden oberhalb Unterwasser geht es über ein exponiertes Band an den Fuss der Zuestoll Südwand. Auf dem kleinen Grasbalkon hoch über dem Walensee geniessen wir die Aussicht und machen uns bereit für die Route «Allerheiligen». Die erste Seillänge ist mehr ein Kraxeln (3. Grad) doch dann geht es gleich mächtig zur Sache. Die zweite Seillänge ist die Schlüssellänge (6c), technische Kletterei mit Reibungstritten und einem spannenden Schlussquergang an Seitschlitzen fordern höchste Konzentration. Obwohl sich die Route danach maximal im Grad 6a+ abspielt, muss man immer «richtig» klettern. Da die Route sanft saniert wurde, braucht es auch die mitgebrachten Keile und Friends: eine Seillänge ist komplett clean, in einigen muss zwingend dazu gelegt werden. Der rauhe Fels, die herrlichen Verschneidungen und ein exzellenter Schlussriss, in dem richtige Risstechnik gefragt ist, lassen uns mit einem Strahlen im Gesicht auf dem Gipfel aussteigen. Dank der Steilheit der Wand, ist das Abseilen im Nu vorbei. Die über uns kreisenden Adler und die tief stehende Sonne begleiten uns beim Abstieg durch den bunten Herbst. Einmal mehr staunen wir, über die Schönheit der Natur.
Nach der Lücke «Paliis Nideri» zwischen Brisi und Zuestoll führt ein exponiertes Band zum Einstieg. Teilweise sind Fixseile vorhanden.

Die zweite Seillänge fordert, zuerst stehen auf Reibungstritten, danach queren an Seitgriffen und hoch an den Stand.

Die dritte Seillänge beginnt mit einem Quergang, der herrliche Tiefblick auf den Walensee begleitet uns den ganzen Tag.

In der fünften Seillänge ist Clean-Climbing angesagt, die 5c+ muss komplett selbst abgesichert werden.

Blick Richtung Osten, die Churfirsten scheinen ein Adlerparadies zu sein, bis zu drei Stück aufs mal können wir beobachten.

Eine herrliche Verschneidung in der sechsten Seillänge. Immer kleiner wird unser Einstiegs-Balkon im Hintergrund.

Die letzte richtige Seillänge fordert: eine steile Verschneidung, zwingend muss hier gelegt werden, und wir können mal wieder richtig «jammen»!

Auf dem Gipfel des Zuestolls! Wir haben eine herrliche Rundsicht, im Flachland liegt ein Nebelmeer in der Ferne erstrahlen die Berggipfel.
