11. November 2021
Holprig ist die Zufahrt ins Mettener Butzli. Wir beschweren uns nicht, dank der gelösten Taxe können wir relativ weit hochfahren und der Zustieg zur Läged Windgällen ist unter einer Stunde. Es liegt noch wenig Schnee, konzentriert queren wir die steile Grasflanke zum Einstieg der Route «Zentralpfeiler». Die Kletter-Bedingungen sind perfekt, dank der Inversion herrschen hier auf 2280m.ü.M. angenehme Temperaturen, während im Flachland das kalte Grau dominiert. Die erste Seillänge (5a+) klettert sich «gäbig». Danke den Sanierern, es kann angstfrei geklettert werden! Die Schwierigkeit in der zweiten Seillänge (6a+) sind technischer Natur, der Fels ist herrlich rauh, wir klettern flott voran. Nach der dritten Seillänge gelangen wir an den Fuss des imposanten Pfeilers. Wir stemmen uns im Kamin der 4. Seillänge empor und nun wird es steiler. Durch scharfen, roten Fels führt eine weitere 6er Länge (5. SL, 6a), und nun folgt das Herzstück der Tour: Die 6. Seillänge quert zuerst ca. 7m nach rechts, bevor sie 45 m mit ganz viel «Luft unter dem Füdle» steil und griffig zum Kopf des Pfeilers führt. Was für eine geniale Kletterei! Als Krönung fliegt der Steinadler vorbei. Es folgt ein Gehstück, zwei einfache 4er Längen, bevor nochmals kräftig Zugegriffen werden muss. Die zweitletzte Seillänge (6a) folgt einer steilen Verschneidung, Piazzen ist angesagt! Mit der letzten gemützlichen Seillängen gelangen wir zum Top und bestaunen die eindrückliche Landschaft. Mit zweimaligem Abseilen erreichen wir das Band und folgen diesem zur Abseilpiste. Diese führt über die Route «Südrippe», ich bestaune beim Abseilen den kompakten Fels und habe soeben ein weiteres Projekt gefunden! Nach dem verdienten Lunch beim Einstieg geht es zurück zum Mettener Butzli. Vis-a-vis die verschneiten Berge, im Rücken der raue und griffige Fels der Läged Windgällen im Abendlicht: die wunderschöne Stimmung lässt uns zufrieden nach Hause reisen.
Der Fels ist rauh und griffig, hier die 2. Seillänge, 6a, der Route Zentralpfeiler.
Und da gehts hoch: Blick zum imposanten Pfeiler, über welcher die Route führt.
Start in die geniale 6. Seillänge (5c): zuerst queren und dann 45m steil empor.

Blick von oben auf die 6. Seillänge, welche erst zuletzt abflacht.

Es folgt ein kurzes Gehstück, im Hintergrund das verschneite Schärhorn.

Fast am Top angelangt, Blick auf die letzte Seillänge.

Aussicht nach Osten vom Ende der Route.

Nach zweimaligem Abseilen über die Route quert man auf einem Grasband zur Abseilpiste.

Im Hintergrund der eindrückliche Zentralpfeiler, an welchem wir empor geklettert sind.

Beim Abseilen lässt sich hervorragend der herrliche Fels der Route «Südrippe» inspizieren.


