27. Juni 2022
Langsam wird es zur Gewohnheit, auch heute starten wir die Tour mit einer Fahrt mit der Seilbahn. Mit der Tschinglenalpbahn fahren nicht nur wir mit, auch der Hirt mit seinen Hunden ist früh unterwegs. Nicht ganz so schnell wie die Hunde starten wir mit wandern. Los geht es durch die Blumenpracht, vorbei an den Alphütten hoch zur Martinsmadhütte. Der abwechslungsreiche Weg entlang des Tschingelbachs mit seinen Wasserfällen geht im Nu vorbei. Der Abschnitt Martinsmadhütte – Wandfuss Laaxerstöckli benötigt Konzentration: das mit Ketten gesicherte Schwarzwändli ist ziemlich exponiert. Danach folgt ein Hochplateau und ein kurzes, rutschiges Kiesstück bis wir am Wandfuss stehen. Schnell machen wir uns bereit, sind doch auf 16 Uhr Gewitter angesagt! Die ersten beiden Seillängen sind ziemlich alpin und traversieren stark, es fühlt sich an wie auf einem Rücken eines Dinosauriers mit den abgeschliffenen Fels. Ab der dritten Seillänge beginnt die eigentliche Kletterei und ab sofort ist der Hochgebirgskalk angenehm rauh. Die folgenden acht Seillängen bieten herrlich, griffige Kletterei an vielen Schuppen und Leisten. Abwechslungsreich sucht sich die Route ihren Weg, die Schwierigkeiten sind sehr homogen. Manchmal durchbrochen durch ein Felsband, was vorsichtiges steigen bedeutet. Bei einer vorangehenden Seilschaft ist die Route aufgrund von Steinschlag nicht zu empfehlen! Wir kommen zügig voran und erreichen am frühen Nachmittag das Top. Im Gipfelbuch sind nur wenige Einträge vorhanden. Schade, lohnt sich doch die Kletterei allemal! Schon bald sind wir am Abseilen. Vorsichtig ziehen wir das Seil ab, wollen wir doch jeglichen Steinschlag verhindern. Am Boden angelangt, sind wir in den Wolken eingehüllt. Es wir Zeit abzusteigen. In der Tschinglenalp gönnen wir uns leckeren Kuchen und einen Kaffee. Herzlichen Dank für die coole Tour!
Blick vom eigentlichen Start der Route zu unserem Depot.
Die zweite Seillänge ist mehr ein Zustiegs-Gekraxel zur eigentlichen Wand.

Blick auf die dritte Seillänge (5c). Ab hier steilt die Wand auf, und die Schwierikgeiten nehmen zu.
Blick von unten auf eine der schönsten Längen: 5. SL, 6b.

Die 5. Seillänge bietet spannende Verschneidungskletterei, ein gutes Balancegefühl hilft!

Super Aussicht auf den Gletscherhorn Ostgrat und das zerrissene Zwölfihore.

Endloses Felsenmeer, die 7. Seillänge, 5a.

Die 9. Seillänge folgt der offensichtlichen Felsstruktur, 5c.

Noch zwei Meter sind zu Klettern bis zum Top des Grischweg.

Blumenbouquet beim Abstieg zurück zur Tschinglenalp.


