11. August 2022

Heute beginnt das Abenteuer schon bei der Anreise. Mit dem Mobility kurven wir die ausgesetzte und kurvige Strasse hoch zur Kletterhütte Pardutz. Zum Glück ohne Gegenverkehr! Wir schultern die Rucksäcke und steigen der mächtigen Drusenfluh Südwestwand, bzw. unserer Route «Alpenkönig», entgegen. Zuerst gemütlich und immer steiler, zuletzt mit kraxeln, planen wir doch die ersten zwei Seillängen auszulassen, da definitiv genügend Klettermeter warten. Das Einklettern ist kurz, schon nach dem Klippen des ersten Bohrhaken folgt die 6a+ Stelle, mein Kletterinstinkt läuft definitiv noch nicht auf Hochtouren. Bereits folgt die Schlüsselseillänge, auch mit einem Griff an den Bohrhaken ist sie fordernd, die ersten Meter technische Rätikonplatten, danach ein Steilaufschwung und zuletzt steile Wasserrillenkletterei. Jetzt sind wir wach und dies brauchen wir für die nächsten 11 Seillängen. Die Route «Alpenkönig» ist sehr abwechslungsreich: Technische Platten wechseln ab mit griffiger und ausgesetzter Kletterei, manchmal gekrönt von einer Boulderstelle und wenige Meter im Schrofengelände. Der Fels ist herrlich rauh, perfekt zum Klettern! Die Seillängen (im Schnitt 6a) sind lang, die Hakenabstände auch, manchmal können diese mit einem Friend entschärft werden. Und sonst ist die Vorsteigermoral gefordert. Nach 6 Stunden Kletterei erreichen wir den Gipfel, Muskeln und Hirn sind langsam müde. Die Aussicht zu den Kirchlispitzen ist beeindruckend! Nach einer kurzen Pause beginnen wir mit dem Abstieg. Dieser fordert Konzentration bis wir auf den Wanderweg gelangen. Hier bieten die Murmeltiere eine Abendshow. Es geht weiter über das Schweizertor zurück ins Heimatland. Einige Ketten bieten Hilfe im Abstieg zum Grüscher Älpli. Ab ins Auto, in Sargans wartet die Pizza auf uns! Bravo, für diese anspruchsvolle Rätikon-Tour!

Bald bei Einstieg angelangt, Blick auf die mächtige Drusenfluh-Südwestwand.

Bald ist die Schlüsselseillänge geschafft. Blick zurück auf die Wasserrillen-Passage.

Die dritte Seillänge (6a) bietet herrliche technische Klettermeter.

Der geniale Rätikonkalk (im Vordergrund) und ein wenig der Kirchlispitzen (im Hintergrund).

Die letzte Seillänge (5c) vor dem Zwischenband mit Gehstrecke.

Nach einer kurzen Kaminstelle, ist die Balance gefragt im Weiterweg (Seillänge 8, 6a).

Der Riss und die Boulderstelle ist geschafft, Seillänge 10, 6a+.

Die Alpendohlen fliegen eine Choreo für uns über dem Drusenfluh Westgipfel.

Auf dem Gipfel des Drusenfluh Westgrats. Im Hintergrund die Schesaplana.

Im Abstieg in der Schweizermulde, wir folgen den Steinmandli.

Blumenbouqet im Abstieg von der Drusenfluh.

Bald zurück bei der Kletterhütte Pardutz. Blick zur Drusenfluh, welche wir bestiegen haben.