9.-11. September 2022
Aufgrund der Wetterprognosen haben wir uns gegen die Ostschweiz und für Kandersteg entschieden. Während wir mit der Allmenalp Bahn sanft in die Höhe schweben, tummeln sich unter uns die Massen auf dem Klettersteig. Zum Glück sieht es eine Stunde später in der Alp Rychenbärgli deutlich «einsamer» aus. Nach der herzlichen Begrüssung der Älplerlin und unter den neugierigen Blicken der Ehringer Kampfkühe machen wir uns auf zum Felsband Ueschenen. Bald haben wir den Einstieg der 7-Seillängen Route «Graue Wand», 6a (5b obl.) gefunden und starten mit klettern. Die Route ist abwechslungsreich, sowie das Wetter auch. Sie startet mit kleinen Boulderaufschwüngen, wechselt dann auf Reibungskletterei, bevor das Finale mit dem «Pulloverriss» (Kamin) und Wasserrillen wartet. Wir seilen, zufrieden ab der gelungenen Kletterei, über die Route ab und machen uns auf den Weg zum Znacht in der Alp. Das Zmorge dehnen wir in die Länge, muss doch die Felswand noch trocknen. Mit Sonnenschein steigen wir in die Route «Salü Res» ein. Bald darauf fallen ein paar Tropfen vom Himmel, doch wir klettern weiter und es bleibt zum Glück trocken! Die Kletterei bietet vier super schöne Seillängen, lang und anhaltend im 5c-5c+ Bereich. Nach abseilen und Zmittag essen wechseln wir auf Klettergarten-Modus. Die drei Routen «Pinguin» 5c, «Kolibri» 6a+ und «Goldschuh» 6c sind alle lohnend und machen fitte Kletterer müde. Ab nach «Hause», das Znacht in der Alp wartet. Frisch gestärkt starten wir am letzten Tag bei strahlendem Sonnenschein in die Route «Diagonale», die Längste im Gebiet. Die 8 Seillängen bieten ein Kletterspektakel sondergleichen. Nach einem griffigen Auftakt, folgt Plattenkletterei unterbrochen mit lässigen Chickenheads, eine geniale griffige Steilwand-Länge bringt den Pump in die Unterarme und eine 40m Traverse lässt einem leer Schlucken bei all dieser Luft unter der Sohle. Wir gelangen leicht erschöpft ans Top, war die Route insgesamt doch anhaltend und fordernd. Die Aussicht ist phänomenal. Nach einer Stärkung und einem kleinen Fussmarsch seilen wir über die Abseilpiste ab und machen uns auf den Heimweg. Danke für die drei super Tage!
Die dritte Seillänge der Route «Graue Wand» bietet Reibungskletterei.
Stossen und Stemmen im «Pulloverriss», der Kamin fordert Kletterkreativität. Die 5. Seillänge der Route «Graue Wand».

Tanz in den Wasserrillen, die letzte Seillänge der Route «Graue Wand».
Geniale Kletterei in allen vier Seillängen der Route «Salü Res», 5c+.

Plattenstart, danach scharfe Tropflöcher und ein griffiges Dach: die erste Seillänge der Route «Kolibri», 6a+.

Wir übernachten in der Alp Rychenbärgli, im Hintergrund das mit Neuschnee überzuckerte Balmhorn (links) und Altels (rechts).

Langsam wird es steiler in der Route «Diagonale», hier die vierte Seillänge, 5c.

Spektakuläre und steile Traverse in der 5. Seillänge der Route «Diagonale».

«Nur» 4c, aber eine geniale 40m Traverse: die 6. Seillänge der Route «Diagonale» ist unglaublich ausgesetzt.

Auf dem Top angelangt. Im Hintergrund das Blüemlisalphorn und darunter der Oeschinensee.


