26. Mai 2024

Die Passstrasse über den Klausen ist ganz neu offen. Wir bemerken dies vorallem ab den vielen Velo- und Töfffahrer, die wir entweder überholen oder welche uns überholen. Leicht gestresst von den vielen Überholmanövern beruhigen wir unseren Puls beim Aufstieg vom Urnerboden zur Alp Zingel. Von da ist unser Ziel, der Gabchopf gut sichtbar. Die Wand sieht trocken aus, wir steigen weglos über steile Grasschrofen empor zum ausgesetzten Wandfuss. Die Aussicht auf die verschneiten Berge vis-a-vis ist wunderschön. Laddy ist topmotiviert, ich lasse mich mitreissen und so steigen wir in eine der schwierigen Routen am Gabchopf ein: «Z’Chlepfschitt» hat 4 SL, die schwerste 7a+ (6b obl.). Die ersten zwei Seillängen mit 6a+ und 6b sind kurz und knackig. Der Fels ist wunderbar rauh, die Kletterei steil und technisch. Nun folgt die Schlüsselseillänge, ich sichere mit höchster Aufmerksamkeit, Laddy gibt alles und schafft es….fast. Eine plattige Stelle wird per Textilgriff gelöst. Obwohl ich 2x eine Express als Zusatzgriff verwende, ist die Seillänge immer noch unglaublich schwer und ich bin stolz ab den restlichen gemachten Zügen. 7a+ am Gabchopf ist definitiv schwerer, als im Klettergarten! Es folgt die letzte schöne Seillänge und wir sind am Top. Nach 3x abseilen und lunchen stehen wir am Start für die zweite Route des Tages. Wir steigen ein in die «Tschiänggä linggs», 6SL, 7a (6b obl.). Die erste Seillänge ist unglaublich abwechslungsreich, ewig lang und bei den einfacheren Stellen muss weit über den Haken gestiegen werden. Glücklich erreiche ich den Stand. Laddy übernimmt die zweite Seillänge, mit 6b+ angegeben theoretisch nur wenig schwerer wie die erste Seillänge mit 6b. Er stöhnt und ächzt, ich wundere mich, doch tatsächlich. Diese Seillänge ist deutlich schwerer, ich gebe alles und schaffe es ganz knapp. Wir einigen uns auf den Korrekturwert 7a :-). Völlig erschöpft überlasse ich Laddy nochmals den Vorstieg. Im Kletterflow folgt Laddy ausversehen den Haken der Nachbarroute und wir hängen plötzlich im «Hanäschrei». Auch schön und zum Glück leichter (ich bin schon platt). Mit einer luftigen Traverse beenden wir die heutige Kletterei, schmerzen doch langsam die Füsse und Hände von der anspruchsvollen Kletterei. Das steile Abseilen geht schnell und gäbig. Die Munggen spielen in der Flanke, wir gesellen uns zu ihnen. Während des Abstiegs bestimmt Laddy noch einige Pflanzen, ist die Biodiversität in den Bergen doch einiges vielfältiger als im Tal. Zurück im Urnerboden sitzen wir zu unseren Kollegen ins «Naturi» und stillen unseren Durst. Was für ein lässiger Tag! Danke Laddy, gerne mal wieder!

Blick von der Alp Zingel auf den Gabchopf (untere rechte Bildhälfte).

Idyllische Schweiz, die Alp Zingel mit den Glarner Alpen.

Laddy am klettern in der Schlüsselseillänge der Route «Z’Chlepfschitt». Fotografiert von der Nachbarroute.

Unsere Kollegen in der Nachbarroute «Tüfflüger» mit herrlichem Panorama.

Am Top der Route «Z’Chlepfschitt», weit unten der Urnerboden.

Die letzte Begehung der Route war vor 2 Jahren.

Eine der besten Seillängen des Tages: 1. SL der «Tschiänggä linggs», unglaublich abwechslungsreich und lang.

Blick auf die unglaublich schwierigen ersten 6m der 2. SL der «Tschiänggä linggs». Positive Griffe sind keine vorhanden…

Ausversehen sind wir im «Hanäschrei» gelandet. Super coole Querung als Kletterabschluss des Tages.