5. Juli 2024

Vor zweieinhalb Wochen war ich das letzte Mal am Chli Glatten, in der Zwischenzeit ist aller Schnee im Zustieg geschmolzen. Erstaunlich, war es meiner Meinung nach nicht gerade warm in letzter Zeit. Wir betrachten das mächtige Felsband des Chli Glatten. Welche Tour ist wohl am Trockensten? Wir entscheiden uns für die Route «Schneewalzer», welche sich im rechten Teil befindet. Im Zustieg schwitzen wir ziemlich, die Sonne scheint und verspricht einen schönen Tag. Der «Schneewalzer» wurde im 2009 saniert, am Einstieg glänzt ein Bohrhaken. Wir geniessen das Essen und die Aussicht, bevor wir uns in die Klettermontur stürzen. Die erste Seillänge beginnt zackig, die Schwierigkeit (5b) ist gleich auf den ersten 4m. Danach einfach zum Stand. Nun folgt eine geniale Länge im Grade 5c+. An einer mächtigen Schuppe kann kräftig zugepackt werden. Die Wand ist drückend, spätestens jetzt sind die Arme und Schulter aufgewärmt. Es wird einfacher, aber es bleibt spektakulär: ein 4c-Quergang, sowie eine leicht abdrängende Verschneidung hoch in der dritten SL. In den folgenden zwei Seillängen (4c und 5a), ändert der Fels. Es wird flächer und kompakter, herrlich schöne Tritte versprechen Klettergenuss! Die Wand steilt sich wieder auf. In der 6a-Seillänge folgt nach einem gemütlichen Start ein bouldriger Verschneidungsmantle. Die folgenden Meter klettere ich ganz vorsichtig, der Fels wirkt brüchig, zum Glück nur für kurze Zeit. Spannend geht es bis zum Stand, welcher sich rechts auf dem Band versteckt. Unsere letzte Seillänge (6a+) bietet einen knackigen steilen Boulder, bis man in die schön zu kletternde Verschneidung gelangt. Die letzten zwei Seillängen lassen wir aufgrund des «brüchig, nicht empfohlen» weg. Das Abseilen geht gäbig, am Boden erwartet uns eine unschöne Überaschung. Socken und ein Rucksackträger sind angenagt. Munggen oder Mäuse? Wir wissen es nicht, hoffentlich ist das Nest jetzt weich gepolstert! Der Abstieg ist dank dem rutschenden Geröll schnell gemacht, ab ins Glace! Danke für den lässigen Tag!

Herrliche Aussicht auf den Clariden, Chammliberg und das Schärhorn beim Einstieg.

Blick von der ersten Seillänge auf die lässig zu kletternde Schuppe in der zweiten Seillänge.

Letztes Mal kam ein Bartgeier vorbei, diesmal ein Steinadler!

Nicht schwer, aber spektakulär, die dritte Seillänge im «Schneewalzer».

Blick zurück auf den Start der 4. Seillänge, eine abdrängende Verschneidung.

Der Kletterstil wechselt auf kompakte Platten in der 4. und 5. Seillänge.

Der Fels am Chli Glatten bietet auch Wunderwerke der Natur.

Weit unten liegt die Klausenpassstrasse. Im Ausstieg der sechsten Seillänge.

Beim Start der 7. Seillänge muss nochmals kräftig zugepackt werden, bevor es einfacher in der Verschneidung nach oben geht.

Spektakuläres Abseilen, nicht ganz über die Route.

Wer war das bloss? Rucksackträger und Socken sind angeknabbert, bzw. verschwunden…