8. Juli 2024

Und schon wieder bin ich am Chli Glatten. Einfach so, weil es so schön ist! Wir steigen auf zum Sektor Südpfeiler. Dieses Mal planen wir die Route «Chryz + Quer». Theoretisch ist es sonnig, doch die Feuchte der letzten Tage drückt immer Mal wieder Wolken an die Wand. Am Einstieg deponieren wir unser Material ausser Reichweite für die Nager nach der Erfahrung vom letzten Mal. Wir waren übrigens nicht die Einzigen, die Opfer der hungrigen Munggen oder Mäuse wurden. Doch zum Klettern: Die erste Seillänge startet gemütlich, erst auf den letzten aufsteilenden Metern ist der angegebene Schwierigkeitsgrad von 6a «spürbar». Bei der zweiten Seillänge (6a) ist es genau umgekehrt: zum Start muss knifflig, fast grifflos, eine Stelle geklettert werden, bevor es deutlich einfacher bis zum Stand geht. Es folgt die Schlüsselseillänge im Grade 6b. Wir blicken hoch auf die drückende Verschneidung, die noch ziemlich nass aussieht. Geht dies zum Klettern? Ja es geht, der Riss in der Verschneidung ist zwar nass und somit reibungsarm, doch dank trockenen Tritten und kräftigem Verspreizen geht die coole Kletterei. Ein ausgesetzter, aber herrlich griffiger Start, bietet die folgende Seillänge (5c). Danach technische Leistenkletterei bis zum Stand. Nochmals braucht es ein bisschen Power: die fünfte Seillänge (6a+) ist ziemlich steil, anfänglich sind die Griffe nicht einfach zu finden, doch schon bald geht es herrlich griffig an einer Verschneidung hoch. Abwechslung ist geboten! In der nächsten Seillänge (6a) sind die Techniker gefragt, Wandkletterei vom Feinsten. Wir hängen am gemeinsamen Stand der Route «Südpfeiler» und «Chryz+Quer». Die folgende Verschneidung mit dem kniffligen Boulderaustieg kenne ich schon. Nun trennen sich die Routen, wir ziehen über eine lässige Platte gespickt mit kleinen Leisten nach rechts weg (6a). Schon kommt die letzte Seillänge (5c). Die Krux ist ein Mantle der sich mit oder ohne Knie lösen lässt. Geschafft: was für eine lässige, abwechslungsreiche Route! Wir queren zum Abseilstand des Südpfeilers. Ohne Wind geht es mit 4x50m Abseilen pfeilgerade zurück zum Einstieg. Und schon bald sitzen wir beim kühlen Getränk und schmieden Pläne für ein Andermal! Danke für den lässigen Tag.

Blick auf den Südpfeiler. Wir klettern die Route «Chryz+Quer», welche in acht abwechslungsreichen SL bis zum Top führt.

Der Schluss der ersten Seillänge ist knifflig, die Griffe müssen gesucht werden.

Bis man endlich in der rettenden Verschneidung ist, muss tricky hingestanden werden. Die zweite Seillänge.

Die sehr lässige und anspruchsvolle (noch nass) Schlüsselseillänge ist eine leicht überhängende Verschneidung.

Das Ende der fünften Seillänge ist deutlich flächer als die vorherigen Klettermeter.

Blick auf die wunderschöne sechste Seillänge, feine technische Wandkletterei.

Schlaghaken und Blumenpracht in der Wand.

Nach dem kniffligen Verschneidungsausstieg folgt ausgesetzte Wandkletterei in der siebten Seillänge.

Der knifflige Mantle ist geschafft, nun folgt einfachere Kletterei bis zum Top in der letzten Seillänge.