20. Oktober 2024

Ziel von heute, ist ein altes Projekt zu beenden. Vor einigen Jahren war ich schon in die Routenkombi «Piccolo» und «Bridge of Light» an der Schafbergwand eingestiegen. Aufgrund von Müdigkeit und Kälte sind wir aber kurz vor dem Ende der Route umgekehrt. Heute herrschen perfekte Bedingungen und wir steigen frohen Mutes ein. Die «Zustiegsroute» heisst «Piccolo», hat 4 Seillängen (max. 6a+) und ist sehr lohnend. Nach einer grasigen Zustiegslänge folgen drei steile homogene Seillängen. Zuerst eine anspruchsvolle Verschneidung, danach ein kurzer Plattenknüller und zum Abschluss eine geniale grossgriffige Schlussseillänge. Vom Top seilen wir 50m in die Schlucht ab und kraxeln auf gerölligem Untergrund zum Einstieg der «Bridge of Light» (5 SL, max. 6c). Zum Glück weiss ich, dass ich die erste Seillänge (6c) schon mal hochgekommen bin, denn sie macht Eindruck. Ein stetig abdrängender schräger Riss mit einem Abschlussdächlein wartet auf uns. Wir kommen hoch und sind am Fusse der mächtigen Verschneidung. Die folgenden drei Seillängen (6b, 5c, 5c+) sind zwar vom Grade her einfacher, brauchen aber deutlich mehr Psyche als alles bisher. Grosse Hakenabstände, nicht ganz einfache Selberlege-Verhältnisse und einen mächtigen Tiefensog der linken glatten Platte erinnern mich wieder daran, wieso wir das letzte Mal irgendwann ziemlich platt waren. Zum Glück ist die letzte Seillänge (6c) gut eingebohrt. Die Seillänge ist sehr abwechslungsreich: Plattenstellen, Risse, kleine Dächlein. Wenn da nur nicht dieses viele Gras wäre. Endlich am Top! Ziemlich müde, aber zufrieden, dass es diesmal bis zum Top gereicht hat, seilen wir ab. Unsere Kollegen warten, und wir steigen ab, schon mit den nächsten Projekten im Kopf! Danke für diesen lässigen Tag.

Die zweite Seillänge der Route «Piccolo» bietet anspruchsvolle Verschneidungskletterei im Grade 6a.

Hoch über dem Nebel, geniales Herbstklettern an der Schafbergwand.

Die letzte Seillänge der Route «Piccolo» ist steil, griffig und super schön!

Nach der steilen physischen 1. SL der Route «Bridge of Light», braucht es in der zweiten SL vorallem Psyche. Blick auf die 2. SL, 6b, der Route «Bridge of Light».

Piazzen in der 3. SL der Route «Bridge of Light», 5c, im genialen wasserzerfressenen Fels.

Es geht weiter auf Gegendruck in der 4. Seillänge, 5c+, der Route «Bridge of Light».

Wenn das Gras in den Rissen nicht wäre, wäre es eine super Schlusseillänge. Letzte Seillänge, 6c, der Route «Bridge of Light».

Eindrückliches Abseilen über die mächtige Steilplatte.

Unsere letzte Abseillänge, hier sieht man gut, wie steil die erste Route «Piccolo» ist.