7.-23. November 2024
Die Reise ist lang, kurz vor 7 Uhr verlassen wir unser Zuhause, nach 13 Stunden Zugfahrt sind wir in Barcelona. Wir holen unser Mietauto ab und zwei Stunden später sind wir in Cornudella de Montsant angelangt. Im Dunkeln sieht man die Lichter von Siurana leuchten, Zeit ins Bett zu gehen! Die folgenden zwei Wochen geben wir Vollgas beim Klettern. Die Kletterfelsen rund um Siurana bieten unzählige Routen. Die Kletterei ist steil und lang, der Fels wunderschön strukturiert. Für mich ist es ein «schweres» Gebiet. Die meisten Sektoren bieten wenige 6er, und viele Routen im 7. und 8. Grad. Wir treffen Kletterer aus der ganzen Welt an, in diesem berühmten Kletterspot. Hoch motiviert verheizen wir uns am Anfang, bzw. gönnen uns zu wenige Ruhetage. Erst als wir im Ebro-Delta zwei Tage Vögel beobachten, kehrt die Fingerkraft zurück und wir können wieder angreifen. Weils so schön war und dem Körper und der Kletterpsyche so gut tat, kehren wir nochmals ins Ebro-Delta zurück. Unglaublich diese mächtigen Schwärme an Flamingos, Sichler und Stare. Ich bin immer wieder fasziniert von dieser vielfältigen Natur, sei dies in immer neuer Vogel- oder Felsform. Die eher kühlen Temperaturen sind ideal für den Klettergrip, aber eine Herausforderung während dem Sichern warm zu bleiben. Wie machen dies blos die Profis? Insbesondere von einem unseren Lieblingssektoren (Siuranella Est) hat man eine super Aussicht zum Sektor «El Pati». Hier ist die grösste Dichte an schweren Routen. Unglaublich wie die Einen 8c’s hochspazieren! In unserer sympathischen Unterkunft «La Vileta» erholen wir uns und kochen in der Gemeinschaftsküche unser Znacht. Cornudella de Montsant bietet einige lässige Bars und Restaurants. Hier gönnen wir uns nach dem Klettern einen Kaffee und Kuchen. Die 2.5 Wochen vergehen wie im Flug. Dabei hätte es noch so viele tolle Linien zu Klettern! Ein Grund bald möglichst zurück zu kehren…
Am 1. Klettertag sind wir noch voller Energie. Laddy stolz nach seiner gepunkteten 7b «Lucy» im Sektor «Grau dels Masets Esquerre».
Am dritten Klettertag in Folge klettern wir diese fantastische Verschneidung, 40m, 6c+ «Trampolin a la fama» im Sektor «Salt de la Reina Mora».
Nach einem Pausetag mit Vögel beobachten in der Steppe, klettern wir aufgrund einer kalten Bise im (vermeintlich) windgeschützen Sektor «Siuranella Sud».

Die meisten Routen in Siurana sind sehr steil, oft auch obligatorisch zu klettern eingebohrt, aber so, dass es nicht gefährlich ist.

Der Sektor «Siuranella Est» gefällt uns sehr gut. Hier klettern wir die Route «La fiesta del mondongo», 6c+. Gesichert wird auf einem schmalen Band.

Blick auf den schweren Sektor «El Pati», hier sind die Profis zu Hause!
Wir verbringen zwei Mal zwei Tage im Delta del Ebro. Hier sind unzählige Vögel zu beobachten, insbesondere die wasserliebenden Spezien mit ihren langen Schnäbeln gefallen mir super.

Im Ebro-Delta treffen wir nicht nur auf unzählige Reiher, Flamingos, Sichler und Stare, sondern auch spannende Insekten!

Am zweitletzten Klettertag sind wir nochmals im Sektor «Siuranella Est», der graue Fels ist oft löchrig, und der rote Fels knubbelig und mit kleinen Leisten.

Stellvertretend für mein Kletterhighlight dieses Bild: die Route «Mucho Guachinche», 7a+, im Sektor «Siuranella Est» war eine geniale Linie.

Am letzten Klettertag sind Sturmböen angesagt, wir flüchten in den Schutz des Sektors «Salt de la Reina Mora». Auf dem Bild: Laddy in der Route «La torre del diable», 7b. Sein Highlight übrigens im gleichen Sektor die Route «Anys bionics», eine 38m lange 7b+!

Abendstimmung und Abschied von Siurana: die beleuchteten Felsen vom Sektor «Siuranella Sud» und «Est».



