27. Juni 2025
Die Tourenplanung war ein «werweissen», wo sind die Bedingungen am Trockensten? Wir landen im Berner Oberland, genauer am Hintisberg, zwischen Interlaken und Grindelwald. Ab Interlaken kurven wir mit dem Mobility immer höher, bis wir zur Alp Oberläger gelangen. Vom Parkplatz führt ein gäbiges Weglein zum Wandfuss. Die Wand ist im perfekten Zustand, die heftigen Regenfälle vom Vortag sind Vergangenheit. Neben uns ist nur eine weitere Seilschaft am Klettern. Wir steigen in die Route «Reisefieber» mit 6 Seillängen im 5. Grad, d.h. max. 5c+ ein, ganz im rechten Wandteil. Die Kletterei ist technischer Natur, d.h. die nicht ganz senkrechte Wand fordert eine gute Stehtechnik. Die Kletterei ist fordernd, es muss klar über die Haken geklettert werden und ein Gespür für den Fels hilft definitiv. Die Aussicht auf die eindrückliche Eiger-Nordwand ist fantastisch. Wir klettern in der Sonne, die Berge vis-a-vis werden immer mal wieder von einer Wolke eingehüllt. Die Stimmung ist wunderschön und die Bedingungen perfekt. Die obersten zwei Seillängen sind steiler und wir finden genialen Fels vor. Zerfressene ovale Löcher mit unendlich vielen Möglichkeiten sind zu finden. Es lohnt sich, sich schnell für eine Lösung zu entscheidend, ansonsten wird das Halten streng. Nicht nur wir geniessen die super Bedingungen. Im mittleren geschützten Wandteil ist eine Bergdohlen-Kolonie zu Hause. Um uns herum wird fröhlich Flugakrobatik bewiesen, mehr als einmal lässt mich der Sturzflug einer Bergdohle erschrecken, das Geräusch ist ähnlich einem Steinschlag! Vom Top seilen wir über die Nachbarsroute «Schöne Aussichten» mit 4 Manövern ab. Langsam wird es wärmer, wir steigen zum Auto ab. Natürlich geht es jetzt direkt in die sympathische Terrasse des Berghaus Hintisberg. Herzlich werden wir bewirtet und geniessen das kühlende Getränk und den feinen Kuchen! Und schon ist es Zeit nach Hause zu reisen. Herzlichen Dank für den schönenen Tag!
Das Foto ist zwar entstanden nach der Kletterei, zeigt aber schön die eindrückliche Hintisberg-Südwand. Unsere Route ist ganz rechts im flachen Teil.
Die erste SL der Route «Reisefieber» ist zwar «nur» 5a, macht aber klar, dass es Vorstiegsmoral braucht, sowie eine gute Stehtechnik.
Blick auf die 2.SL, langsam wird es schwerer, hier sind wir in einer 5b unterwegs.

In der 3. SL ist einer der Schlüsselstelle über das kleine Dächlein zu kommen, 5c.
Der Hintisberg ist bekannt für seine super Aussicht auf die Eiger-Nordwand.

Gut stehen und Aufleger halten ist angesagt in der 5. SL, 5c+ in der Route «Reisefieber».

Genialer Schlitz-Felsen finden wir in der 5. SL, 5c+, vor.
Blick auf die letzte SL, 5c+. Diese startet leicht drückend und ist ziemlich anhaltend knifflig.

Die letzten Klettermeter, sowie die fantastische Aussicht vom Ende der Route.

Nach dem Abseilen besucht mich ein wunderschöner Bläuling.




