9.-11. Juli 2025

Montag und Dienstag hat es heftig geregnet, ich bin gespannt, wie trocken uns die Göscheneralp erwartet. Die Sonne scheint an der Haltestelle Göscheneralp, Dammagletscher. Unser Ziel, die Bergseehütte, ist noch in den Wolken. Bei angenehmen Temperaturen steigen wir auf. Kühl ist der Wind, als Lunch gibt es eine warme Suppe in der Hütte. Für das Repetieren des MSL-Handlings steigen wir in den Sektor Glattenberg ab. Dieser liegt unterhalb der Hütte und hat bis jetzt am meisten Sonnenschein gekriegt und ist perfekt trocken. Nach einer kurzen Bodenübung klettern schon bald alle eine Seillängen hoch, sichern ihren Partner nach und seilen wieder ab. Dies klappt ohne Probleme. Als Nachmittags-Abschluss-Programm klettern wir via der Route «Anfängerglück» zur Hütte hoch. Hier herrscht reger Betrieb, sind doch mehrere Jugendlager da mit ganz viel Energie! Punkt 22 Uhr wird es (endlich) still in der Hütte. Die Wettervorhersage verspricht einen Traumtag. Wir stehen früh auf, haben wir doch eine lange Tour vor: es wartet der Südgrat des Hochschijen auf uns! Via 10 Seillängen mit max. 4c, sowie einer Abseilstelle gelangen wir auf den Gipfel des Hochschijen. Gefragt ist Routenfindung, hie und da einen Friend oder Zackenschlinge legen, sowie Abklettern mit Tiefblick. Die Aussicht auf die verschneiten Berge und den grünblauen Göscheneralpsee ist fantastisch. Nach einer Mittagsstärkung üben wir uns im Abseilen und gelangen so zurück auf die mächtigen Geröllfelder. Nach einer Stärkung mit Kuchen gibt es drei Nachmittags-Gruppen: 1. Baden im Bergsee, 2. Klettergarten und 3. kurze MSL «Hippi» am Glattenberg. Zum Znacht sind alle wieder zurück und wir tanken Energie für den letzten Tag. Kurzer Zustieg, dafür ganz viel Klettern im besten Fels ist das Programm. Zuerst geht es via 5 SL der Route «Roter Faden» auf den Turm 1 im Sektor «Vorbau». Nach einem kurzen Abstieg erklimmen wir via Route «Mittendurch», 2SL, 4c den Turm 2. Wir seilen ab, lunchen und klettern als Abschluss in zwei Gruppen die Routen «Blaue Linie» und «Ameisentrail» am Turm 1. Insgesamt 10 SL im genialen Urnergranit haben wir gesammelt, was für schöne Kletterei! Zum letzten Mal kehren wir in der Bergseehütte ein. Das Hüttenteam bewirtet uns mit Käseschnitte, Rösti oder Kuchen. Jetzt ist die Energie wieder da für den Abstieg und die Heimreise. Herzlichen Dank für diese lässigen Tage in dem schönen Urnergranit!

Die ersten Klettermeter machen wir im Sektor «Glattenberg» unterhalb der Bergseehütte.

Schon nach kurzer Zeit hängen alle in der Wand und üben sich im Mehrseillängen-Handling.

Traumbedingungen bei unserer «grossen» Tour: dem Südgrat des Hochschijen.

Blick von der Abseilstelle in der Mitte des Südgrat auf die Schlüssellänge, 4c, des Hochschijen.

Auf dem Gipfel des Hochschijen, mit Blick ins Voralptal.

Via Abseilen gelangt man vom Gipfelkopf des Hochschijen zur Pausenplattform.

Nachmittags-Auskletter-Tour: die 4SL-Route «Hippi» am Glattenberg bietet lässige und fordernde Kletterei.

Am letzten Tag klettern wir am Tum 1 und 2. Hier die 5. SL der Route «Roter Faden». Eine klassische Granitverschneidung, piazzen ist angesagt!

Weiter geht es am Turm 2 mit der Route «Mittendurch». Weit unten die Bergseehütte.

Die weiten Hakenabstände können gut mit Friends entschärft werden in den Routen am Turm 1 und 2.

Als Dessert gibt es eine deftige Verschneidungs-SL in der Route «Blaue Linie» am Turm 1.