20. September 2026
Nach einer Krankheits-Bedingten-Kletterpause geht es heute endlich mal wieder auf eine Mehrseillänge. Wir steigen an der Erzkappelle am Fusse des Gonzen auf. Unser Ziel ist der kleinere Bruder, der Ghutlet Gonzen. Nach kurzem Umherirren am Wandfuss ist der Einstieg gefunden. Der Blick nach oben lässt eine ziemlich grüne Tour erahnen. Wir starten in die Route «KletterBar» mit 8 Seillängen max. 5c+. Und sind positiv überascht! Die Route sucht geschickt die schönsten Felsstellen und die herrlichen Einschüsse, sogenante «Chickenheads», lassen mein Kletterherz höher schlagen. Natürlich hat es immer mal wieder botanische Griffe und Tritte, aber insgesamt lohnend. Die Kletterei ist sehr technisch, d.h. rohe Kraft hilft selten, geschicktes Hinstehen und Balance ist gefragt. Die Grade sind eher hart, schon in der ersten Seillänge (5a) muss «richtig» geklettert werden. Nach der 6. Seillänge gibt es eine Abzweigung. Wir wechseln die Route und klettern den einfacheren 5c+ Ausstieg «Schreck lass nach». Die Route «KletterBar» quert hier in einem T5 nach links und es folgen zwei Seillängen im Grade 6b. Der Tiefblick nach Sargans und dem Rheintal ist fantastisch, wie fast immer dieses Jahr herrscht heiterer Sonnenschein. Nach einer Zmittags-Pause auf dem Gipfel steigen wir zum benachbarten Annegreth-Spitzli ab, queren unter diesem durch und steigen auf an den Nordfuss des Breiten Turm. Nach einigem Suchen ist die Gletschergruäb gefunden. Deutlich kältere und kühlere Bedingungen herrschen im Schlund. Laddy lässt sich nicht beeindrucken und steigt in die Route «Phantom», 7b, ein. Diese ist überhängend und natürlich ein Ausdauerproblem. Die Züge sind alle geknackt, für einen Durchstieg kommen wir ein Andermal. Ich persönlich habe eher das Annagreth-Spitzli vor Augen, Laddy träumt vom «Phantom». Für den Abstieg braucht es nochmals Konzentration. Der T5-Abstieg zum Follawald ist sehr ausgesetzt. Zurück in der Zivilisation gönnen wir uns ein kühles Bier und Chips. Danke für eure Sicherungs- und Vorstiegs-Unterstützung!
Erstaunlich schöner Fels am Ghutlet Gonzen.
Die Vorstiegs-Maschine Laddy ist am Werk.
Botanik und herrliche Felspartien wechseln sich ab in der Route «KletterBar».

Blick zur Nachbarroute «Achilles», heute ist in dieser auch eine 3er Seilschaft unterwegs.
Die Route «KletterBar» ist technischer Natur, d.h. die Fusstechnik ist entscheidend.

Tiefblick auf das Rheintal und Sargans.

Bald am Top angelangt, die zweitletzte Seillänge, hier sind wir in der Route «Schreck lass nach» unterwegs.
Mir ist nicht ganz klar, ob die spannende Botanik oder die Kletterei Laddy ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Im Abstieg besuchen wir die Gletschergruäb mit der Route «Phantom», 7b.

Unglaublich steil und unglaublich anstrengend, Laddy gibt alles in dieser überhängenden Ausdauerroute.




